Kinder tauchen in die Geschichte ein

Die Kinder sind wissbegierig und wissen auch schon eine ganze Menge bei der speziellen Führung im Haus Martfeld.
Die Kinder sind wissbegierig und wissen auch schon eine ganze Menge bei der speziellen Führung im Haus Martfeld.
Foto: Stefan Scherer

Schwelm..  „Häää?“ – Das konnten die Kinder ja gar nicht glauben. Da wollte ihnen Anna Nüschen doch glatt erzählen, dass früher rosa die Farbe für Jungen und hellblau die für Mädchen war. Doch die kommissarische Leiterin des Museums im Haus Martfeld erklärte im Rahmen des gestrigen Familientags im Haus Martfeld auch gleich, warum sich das nach dem Ersten Weltkrieg plötzlich gedreht hatte. Am Ende der Führung waren die Kinder alle ein gutes Stück schlauer als vorher und widmeten sich noch den vielen anderen Aktionen, die rund um das Schwelmer Wahrzeichen auf sie warteten.

Anna Nüschen war es auch, die die Idee hatte, dass sich die Schwelmer am Internationalen Museumstag beteiligen. „Das war vor 14 Tagen, wir waren alle begeistert von der Idee“, sagt Gabriele Weidner von der Stadt Schwelm. „Wir haben uns zwar etwas überschlagen, aber dann doch noch alles gut organisiert bekommen“, fährt sie fort. Die Organisatoren hätten sich zwar etwas mehr Resonanz gewünscht, für die Premiere waren sie dennoch zufrieden. „Viele sind über das lange Wochenende weggefahren, es waren Konfirmationen, in Gevelsberg lockte der Boulevard und wir waren recht kurzfristig am Start – dafür sind wir zufrieden“, sagt Gabriele Weidner, die fest davon ausgeht, dass sich die Kreisstadt mit ihrem Museum auch im kommenden Jahr an dem Tag beteiligen wird. „Dann kommen mit Sicherheit mehr Menschen vorbei.“

Märchenstunde im Haferkasten

Diejenigen, die den Weg zum Haus Martfeld antraten, waren auf jeden Fall voll des Lobes für die gelungene Veranstaltung. „Was die hier auf die Beine gestellt haben, ist vor allem für die Kinder sehr schön“, sagt Elke Moderow, die mit ihrer fünfjährigen Tochter Frederike vorbeischaute. Die beiden nahmen sich viel Zeit, um alle Stationen auszukosten – zum Beispiel die Märchenstunde im historischen Haferkasten.

Spiele ohne Monitor und Batterien

„Wir haben eine Mischung aus sehr populären und weniger bekannten Märchen ausgesucht, so dass jeder etwas Neues hören konnte“, sagt Anna Nüschen. Vor dem historischen Wahrzeichen hatten sie und ihr Team zudem alte Spiele aufgebaut. Die Jungs und Mädels sahen, dass die Kinder vor hunderten von Jahren viel Fantasie hatten und sich tolle Spiele ausdachten – ganz ohne Bildschirm und Batterien. Diejenigen, die einige der Spiele gern auch zu Hause noch mal mit Mama und Papa spielen wollten, konnten sich von den meisten im Erdgeschoss des Hauses Martfeld eigene Versionen basteln, bevor sie bei der speziellen Kinderführung, von Anna Nüschen lernten, wie die Kleinen früher lebten. Kaum eines der Kinder konnte sich vorstellen, dass sich die ganze Familie in ein und dem selben Badewasser wusch.

Das sorgte genauso für Verwunderung wie die Farben für Jungen und Mädchen. Die drehten sich übrigens um, weil nach dem Ersten Weltkrieg viele Uniformen der Männer blau wurden.