Kinder helfen Kindern

Schwelm/Gevelsberg..  Kinder helfen Kindern – so lautet das schlichte Motto der Sternsinger. Was auf den ersten Blick simpel erscheint, hat in den letzten Jahren bereits Großes bewirken können. Zwischen 10 000 und 11 000 Euro kann die St.-Marien-Gemeinde im Schnitt jedes Jahr dank engagierter Nachwuchssänger an einen wohltätigen Zweck spenden – und die Aktion wird immer beliebter. Mehr als 50 Schwelmer Kinder erhielten beim diesjährigen Aussendungsgottesdienst den Segen von Kaplan Christoph Werecki.

Sie ziehen von Haus zu Haus, singen Lieder, überbringen den Segen Gottes und sammeln Spenden für einen guten Zweck. Jedes Jahr. Die Vorbereitungen beginnen schon Mitte Dezember: Kostüm- und Liederproben, Informationen über das diesjährige Motto. Ein großer Aufwand, sollte man meinen, gerade für Kinder, die gerade die Vorweihnachtszeit genießen. Dennoch hat die Sternsingeraktion in den letzten Jahren beträchtlichen Zuwachs erhalten. Birgit Jessen, eine der Organisatorinnen, erklärt sich dieses Phänomen vor allem so: „Wir haben unheimlich viele Kinder, die immer wieder kommen.“ Gleichzeitig kämen jüngere Kinder nach, sodass sich die Gruppe immer weiter vergrößere. Zurzeit reicht die Altersspanne der Sternsinger von 5-jährigem Nachwuchs bis hin zu 15-jährigen Routiniers, die schon zum achten oder neunten Mal dabei sind. Sie alle verbindet eine Motivation. „Die Kinder wissen, worum es geht und wie viel sie erreichen können“, sagt Birgit Jessen.

Heute geht es zum Bürgermeister

„Gesunde Ernährung für Kinder“ lautet das Motto der Sternsinger-Aktion 2015. Dabei unterstützt das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, an das der Erlös geht, in diesem Jahr besonders Projekte, die sich gegen Mangelernährung auf den Philippinen einsetzen. Die Kinder aus Schwelm haben aus einem Film erfahren, wofür das Geld, das sie sammeln, verwendet wird. Den Armen zu helfen, ist ihnen wichtig. „Das sind Kinder, die gerade ein schönes Weihnachtsfest gefeiert haben, reich beschenkt wurden und jetzt etwas davon abgeben wollen“, weiß Birgit Jessen. So machte sich die Gruppe am Samstag auf, um an Türen zu klopfen, Lieder zu singen und das Kürzel „20*C+M+B+15“ – was soviel bedeutet wie „Christus, segne dieses Haus“ – mit Kreide an Türen und Hauswände zu schreiben. Nachdem zuerst die Geschäfte in der Innenstadt und die sozialen Einrichtungen, zum Beispiel die Altenheime, besucht wurden, schauten die Sternsinger am Sonntag bei vielen Familien vorbei. Heute stehen dann Besuche beim Bürgermeister und in Kindergärten auf dem Programm.