Kinder fasziniert von exotischen Instrumenten

Auch ein außergewöhnliches Instrument: Einer Rolle aus Pappe lassen sich durchaus hörenswerte Töne entlocken.
Auch ein außergewöhnliches Instrument: Einer Rolle aus Pappe lassen sich durchaus hörenswerte Töne entlocken.
Foto: WP

Ennepetal..  Eben erst hatten die „Großen“, die Dritt- und Viertklässler, das Jahreskonzert bravourös gemeistert, da ging es schon weiter im Jeki-„Fieber“. Diesmal für die Erstklässler, die zwar noch keinen Instrumentalunterricht erhalten, aber Instrumente kennen lernen und ausprobieren können. „Musiker der Welt im Jeki-Klassenzimmer“, hieß es gestern an der Katholischen Grundschule. Die Kinder erhielten Besuch von „Talya G. A. Solan & Yamma Ensemble“ aus Israel.

Flöten waren den Kindern bekannt. Aber jemenitische Instrumente wie der aus Hörnern der Kudu-Antilope gefertigte Shofar und die Duduk (Flöte) oder die Oud (Kurzhalslaute), die teilweise selbst gebaut waren? „Nie gehört“, meinten Charleen und Simon, zeigten sich dann aber fasziniert von der Nay, der 3000 Jahre alten Wasserflöte, deren Geschichte Reinhard Conen, Übersetzer der Gruppe, den Kinder näher brachte. „Nay bedeutet Weinen. Die Flöte wurde im Wasser geboren und aus dem Bambus rausgeschnitten. Deshalb weint sie, wenn man drauf spielt.“ Die Kinder hörten dem stillen „Weinen“ zu.

Schüler stellen viele Fragen

Talya G. A. Solan, Yonnie Dror und Aviv Bahar präsentieren exotische, außergewöhnliche Instrumente aus dem Mittleren Osten. Yonnie: „Da sind andere Flöten zuhause“. Talya, deren Stimme zwischen warm und weich bis hin zu schrill wechselte, bemerkte: „Manche Instrumente sind so laut, dass man diese nur draußen spielen kann.“ Die „Kostprobe“ zeigte es: Die Kinder hielten sich lachend die Ohren zu.

„Heute können die Mädchen und Jungen einmal andere Musikkulturen kennenlernen“, so Musikschulleiter Kai Stubenvoll, der den Besuch vermittelt hatte. „Kinder sind bezüglich der Hörbereitschaft anderer Kulturen sehr offen. Man darf dankbar sein, dass die Jeki-Stiftung so was ermöglicht.“ Schulleiterin Irmgard Flügel meinte: „Wir sind stolz, dass wir den Kindern diese Möglichkeit bieten können.“

Nachdem die Kinder mit einem „Gute-Morgen-Lied“ die Gäste begrüßt und die fremden Instrumente kennen gelernt hatten, durften sie Fragen stellen. „Warum sind da zwei kleine Kreise auf der Oud?“ „Wie viele Saiten hat diese Geige?“ „Ist das Horn von einem Widder?“

Musikalische Stiloffenheit fördern

Die JeKits-Stiftung (vormals Stiftung „Jedem Kind ein Instrument“, Trägerin des JeKi-Programms sowie des im Schuljahr 2015/16 startenden JeKits-Programms) hat in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk globaler Musik „Klangkosmos NRW“ ein Pilotprojekt entwickelt, bei dem Musiker aus aller Welt im Unterricht zu Gast sind. Im Sinne musikalischer Stiloffenheit möchte die Stiftung den Kindern eine verstärkte Beschäftigung mit der Musik anderer Kulturen und das Kennenlernen von Liedern, Instrumenten und Rhythmen aus aller Welt ermöglichen.

Um die große kulturelle Vielfalt der im Ruhrgebiet lebenden Familien und die damit verbundene musikalische Vielfalt in das Jeki-Programm einzubeziehen, startete die Stiftung das Pilotprojekt „Musiker der Welt im Jeki-Klassenzimmer“.