Kinder blicken hoffnungsvoll in die Zukunft

Die Freude war riesig bei den Kindern aus den 16 Schulen, die am Mittwoch Urkunde, Plakette und eine Fahne zur offiziellen Zertifizierung als „Schule der Zukunft erhielten. Alle Projekt sind absolut nachahmenswert und genießen großen Vorbildcharakter.
Die Freude war riesig bei den Kindern aus den 16 Schulen, die am Mittwoch Urkunde, Plakette und eine Fahne zur offiziellen Zertifizierung als „Schule der Zukunft erhielten. Alle Projekt sind absolut nachahmenswert und genießen großen Vorbildcharakter.
Foto: WP

Ennepetal..  Der siebenjährige Simon gibt im Foyer der Aula des Reichenbachgymnasiums vor der Polit-Prominenz des EN-Kreises eine astreine Bewerbung als Moderator einer Verkaufsshow im Fernsehen ab. „Jetzt sehen Sie einmal, wie verunreinigt dieses Wasser ist. Ich schütte es oben rein, es durchfließt erst die Steine, dann den groben und den feinen Sand. Und unten heraus kommt: Blitzsauberes Wasser. Diese Filteranlage können sie Sie sogar zu Hause ganz leicht nachbauen.“ Der Erstklässler erklärt routiniert das Projekt seiner katholischen Grundschule Ennepetal, für das diese sich jetzt wie 15 weitere Bildungsinstitute „Schule der Zukunft“ nennen darf.

Offizielle UN-Dekade-Maßnahme

Buntes Treiben und Gewusel herrschte auf dem Markt der Möglichkeiten, wo die Schüler aus sechs kreisangehörigen Städten ihre Projekte vorstellten – die Schulen und Kitas aus den drei übrigen Städten wurden bereits gesondert geehrt. Sie alle hatten an der Landeskampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ teilgenommen und kamen nun mit ihren Lehrern und den jeweiligen Bürgermeistern in Ennepetaler Reichenbachgymnasium, um Urkunde, Plakette und Fahne zur offiziellen Zertifizierung auf der großen Bühne entgegenzunehmen.

Gemeinsam mit dem Schulamtsdirektor des Ennepe-Ruhr-Kreises, Joachim Niewel, überreichte Viktor Haase, Abteilungsleiter im NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, die Auszeichnung. Auch er hatte zuvor einen Rundgang über den Markt der Möglichkeiten gemacht und zeigte sich schwer beeindruckt von den Leistungen der Schüler.

In diesem Projekt gehe es um zwei Fragen, sagt Haase: Wie kann man jetzt und in Zukunft gut leben? Und: Wie wirkt sich das auf jeden Einzelnen und dessen Umwelt aus? „Ihr habt tolle und verblüffende Antworten gefunden. Ihr erreicht die Herzen der nächsten Generation mit sozialen, ökologischen, ökonomischen und globalen Themen“, lobte er die Projekte in höchsten Tönen und führte weiter aus: „Ihr gebt der abgedroschenen Phrase ,man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben’ neuen Tiefgang.“

Von der Förderschule über etliche Grundschulen bis hin zu den Gymnasien nehmen sich die heimischen Bildungsinstitute auf unterschiedlichsten Ebenen dieses Themas an. Die Georg-Müller-Schule aus Gevelsberg unterstützt Obdachlose, in der Grundschule Voerde drehte sich zweieinhalb Wochen alles um gesunde Lebensführung und die Schüler des Märkischen Gymnasiums in Schwelm arbeiten gemeinsam mit zahlreichen regionalen und überregionalen Partnern an der Verbesserung der Wasserqualität der Schwelme.

Bei einer Schule verhaltene Freude

Sie alle bewarben sich bei der Landeskampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“, die eines der fünf Leitprojekteder Landesregierung zur Umsetzung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 bis 2014“ ist. Sie wurde 2013 als offizielle UN-Dekade-Maßnahme ausgezeichnet. Sie wird seit vielen Jahren durch die Natur- und Umweltschutz-Akademie Nordrhein-Westfalen (NUA NRW) koordiniert und durchgeführt.

Nur eine Schule konnte sich nicht so richtig über den Titel „Schule der Zukunft“ freuen, denn ihre eigene Zukunft ist bereits besiegelt – die Schwelmer Gustav-Heinemann-Hauptschule. Sie wird nach Ablauf des Schuljahres 2015/2016 geschlossen.