Kinder besuchen kuschelige Patienten auf der Krankenstation

Eine Operation am offenen Gummibären: Fingerspitzengefühl war an diesem Stand gefragt.
Eine Operation am offenen Gummibären: Fingerspitzengefühl war an diesem Stand gefragt.
Foto: WP

Schwelm..  Leana Meyer bringt ihren Freund „Sammy“ ins Krankenhaus. Der hat Schmerzen am rechten Arm, und daher ist sie mit ihm schnell in die Notaufnahme gefahren. Eigentlich eine nachvollziehbare Entscheidung nach einem Unfall, um alles ärztlich abklären zu lassen. Allerdings handelt es sich bei ihrem Freund um einen Stoffhund. Die Achtjährige ist dem Aufruf des Helios-Klinikum zum Kinder- und Familientag gefolgt und nimmt an der Teddy-Tour teil – ein Angebot der Klinik für die kleinen Patienten, um einen Blick hinter die Kulissen des Krankenhausalltags zu werfen.

Glatter Bruch bei Teddy

Christine Frantzen vom medizinisch-technischen Dienst empfängt die jungen Gäste im Labor. Die Kinder halten ihre Krankenakten, die kuscheligen Patienten und eine Blutprobe nach der Aufnahme in den Händen.

Jetzt dürfen die Kinder auch selbst ran, streifen einen Ärztekittel über die eigene Kleidung und halten Teststreifen zur Analyse in die Blutproben. Er zeigt schnell durch eine grüne Färbung: Hier ist viel Zucker im Blut. Kein Wunder, denn es handelt sich bei der Probe ja nur um Traubensaft. „Wir wollen zeigen, dass auch ein Labor im Krankenhaus existiert. Sonst ist es ja nicht sichtbar und die Kinder sehen an den Teststreifen direkt das Ergebnis der Probe“, sagt Frantzen.

In der Röntgenabteilung werden die Kuscheltiere vorsichtig auf den Behandlungstisch gelegt. Sammy, der Kuschelfreund von Leana muss dazu die rechte Pfote eine kurze Zeit lang still auf dem Tisch liegen lassen. Das Ergebnis können die Kleinen dann direkt auf dem Röntgenbild erkennen.

Aufenthalt aus Kindersicht

Ein glatter Bruch am Arm heißt nun den unmittelbaren Weg in die Notaufnahme. Hier empfängt die Auszubildende Anne-Sophie Isenbrand die plüschigen Patienten. Leana erzählt ihr, dass der Unfall bei einem Sturz passiert sein muss und hofft dass es ihrem Kuschelhund bald wieder besser geht. Kein Problem für die medizinische Fachangestellte in Ausbildung. Ein dicker Verband simuliert einen Gips.

„Mir gefällt die spielerische Art, mit der die Kinder ein Krankenhaus erkunden können. Bisher kennen sie es ja nur aus dem Kreisssaal“, sagt Vater Karsten Meyer aus Ennepetal. Auch Oberarzt Andreas Leven ist begeistert von dem Interesse der Familien an dem besonderen Erkundungsangebot: „Wir simulieren hier einen Krankenhausaufenthalt aus Kindersicht und möchten damit die Angstschwelle vor einer Behandlung nehmen“, sagt der stellvertretende Klinikchef.

Am Ende der Tour geht es in ein neues Patientenzimmer der Kinderklinik. Die Zimmer gehören zum Bereich der Wahlleistungen, die mit Zusatzversicherungen in Anspruch genommen werden können. Nach Angaben des Helios-Klinikums ein einzigartiges Angebot für kleine Patienten, bei dem auch die Nachfrage der Eltern jährlich steigt. Für diese besondere Patientengruppe hat man zudem die Wandgestaltung der Kinderstation Anfang des Jahres in Schwelm bunt und damit kindergerecht gestaltet. Sie soll schon beim Betreten der Klinik „angsthemmend“ wirken.

Den jungen Besuchern hat der Familientag offenbar gefallen. Neben der Kindertour durchs Krankenhaus gab es auch Gummibärfischen mit OP-Besteck, eine Hüpfburg und Fahrzeuge der Feuerwehr und Polizei zum Selbsterkunden.