Keine Sommerferien für städtische Aufträge

„Toi, toi, toi“, sagt Thomas Striebeck: Das Schwelmer Hallenbad muss in diesem Jahr nur gewartet und nicht außer der Reihe repariert werden. Immerhin ist das Bad mehr als 40 Jahre alt.
„Toi, toi, toi“, sagt Thomas Striebeck: Das Schwelmer Hallenbad muss in diesem Jahr nur gewartet und nicht außer der Reihe repariert werden. Immerhin ist das Bad mehr als 40 Jahre alt.
Foto: WP

Schwelm..  Die schwierige Haushaltslage diktiert auch den Zeitplan städtischer Sanierungs- und Umbaumaßnahmen, die ursprünglich in den Sommerferien bzw. im Sommer erfolgen sollten. Solange die Genehmigung aus Arnsberg nicht vorliegt, müssen einige Vorhaben auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Fleißig gewerkelt wird in der schulfreien Zeit dennoch.

Hallenbad

„Toi, toi, toi“, sagt Thomas Striebeck vom städtischen Immobilienmanagement. Gemeint ist das Hallenbad bzw. die Tatsache, dass das nun mehr als 40 Jahre alte Gebäude der Stadt in diesem Jahr keinen Strich durch die Rechnung macht, sprich: keine unerwarteten Reparaturen zu erledigen sind. So bleibt es dabei, dass in den Sommerferien lediglich die üblichen jährlichen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden müssen. Um den Hubboden zu warten, muss das Wasser einmal komplett abgelassen werden. Allein das dauert Tage, damit die Belastung durch das Chlorwasser fürs Kanalnetz nicht zu groß wird, wie Striebeck erläuterte.

Einmal geleert werden auch die Beckenfliesen und -fugen auf ihren einwandfreien Zustand hin überprüft und gegebenenfalls ausgebessert. „Wir haben mit der Maßnahme bereits angefangen und werden in den Sommerferien auf jeden Fall fertig werden“, erklärte Thomas Striebeck. Kosten: rund 30 000 Euro.

Gymnasium

Die Stadt nutzt die schulfreie Zeit, um am Gymnasium das Flachdach des Mittelbaus zu erneuern. Weil es undicht war, drohte Wasser in die Strom-Unterverteilung zu laufen. Das Dach wird nicht nur neu abgedichtet, sondern erhält auch eine neue bessere Dämmung. Stichwort: energetische Sanierung. Die Maßnahme schlägt mit rund 260 000 Euro zu Buche, stand aber wegen der Dringlichkeit nicht infrage.

Anders sieht es bei weiteren Umbauten aus, die eigentlich in diesen Sommerferien erfolgen sollten. Der Austausch des Bodenbelages in der kleinen Turnhalle (35 000 Euro) musste aufgrund der fehlenden Haushaltsgenehmigung geschoben werden. Sobald Arnsberg grünes Licht gegeben hat, kann der neue Boden eingebaut werden. In Absprache mit der Schulleitung ist zu klären, ob dies in den Herbstferien erfolgen kann.

Gleiches gilt für den behindertengerechten Umbau des Innen-WC im Mittelbau. Auch die 15 000 Euro hierfür sind erst mit Haushaltsgenehmigung verfügbar. Und auch hier gilt: Möglicherweise wird die Maßnahme in den Herbstferien nachgeholt.

Kinderhort Markgrafenstraße

Betroffen von den Zwängen der Haushaltspflicht ist auch der städtische Kinderhort Markgrafenstraße. Eigentlich sollte hier in den Schulferien das Parkett in den Gruppenräumen abgeschliffen und neu geölt werden (5000 Euro). Dazu wird es nicht kommen. Auch bei einer raschen Haushaltsgenehmigung werde die Maßnahme in diesem Jahr wohl nicht mehr durchgeführt werden können, berichtete Thomas Striebeck. Grund dafür seien die Öffnungszeiten des Kinderhortes.

Grundschule Ländchenweg

Von der Haushaltssperre nicht betroffen sind die Brandschutz-Maßnahmen an der Grundschule Ländchenweg, die auf jeden Fall noch in den Sommerferien erfolgen, wenngleich damit noch nicht begonnen wurde. „Das wird aber definitiv gemacht“, versicherte Thomas Striebeck. Hier müssen zwischen Turnhalle und Treppenhaus eine Trennwand eingezogen (24 000 Euro) und an anderen Stellen drei Brandschutztüren eingebaut werden (10 000 Euro).

Was die Himmelstreppe betrifft, teilte das städtische Immobilienmanagement mit, dass der Aufgang kürzlich gründlich gesäubert wurde. Der Zustand war in jüngster Vergangenheit Grund für Kritik. Gemeinsam mit den Technischen Betrieben Schwelm werde nach einer dauerhaften Lösung gesucht, um Dreck und zuviel Laub auf der Himmelstreppe zu vermeiden.

Die Grundschule, die den Standort zu Beginn des ausgelaufenen Schuljahres bezogen hatte, äußerte ihrerseits den Wunsch, dass der Schulname von außen gut zu sehen ist. Noch fehlt ein Schriftzug, ein Schild oder ähnliches an der Außenfassade. Das städtische Immobilienmanagement zeigt sich für Lösungen aufgeschlossen.

Hauptwache

Kein Ferien-Projekt im eigentlichen Sinne, aber ursprünglich für diesen Sommer geplant, war die Erneuerung des Bodenbelages in der Fahrzeughalle der Feuerwache an der August-Bendler-Straße. Der Boden muss dringend neu gemacht werden, die Freigabe der Mittel – 10 000 Euro sind dafür eingestellt –, hängt aber an der Haushaltsgenehmigung. Sobald der positive Bescheid aus Arnsberg vorliegt, werde die Maßnahme in Absprache mit der Feuerwehr nachgeholt, teilte Thomas Striebeck mit.

Gerätehaus Linderhausen

Gleiches gilt für notwendige Arbeiten am Feuerwehrgerätehaus in Linderhausen. Auch hier werde man aktiv, sobald die Bezirksregierung den Schwelmer Haushalt freigibt. Bei der Feuerwehr in Linderhausen müssen im Keller Wände trockengelegt (5000 Euro), vier Fenster erneuert (4000 Euro) und das Dach abgedichtet werden (2000 Euro).