Keine Preiserhöhungen bei der AVU

Vorstand Uwe Träris (links) und Manager Winfried Hoppmann vor der AVU-Verwaltung in Gevelsberg.
Vorstand Uwe Träris (links) und Manager Winfried Hoppmann vor der AVU-Verwaltung in Gevelsberg.
Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg..  Das Wichtigste für alle Kunden der AVU vorweg: Die Preise für Strom, Gas und Wasser werden „im Moment“ nicht steigen. Das erklärte Uwe Träris, seit einem halben Jahr Vorstand des Gevelsberger Energieversorgers. Der „Moment“ sollte sogar für das nächste Jahr reichen. Bei Gas und Wasser ist der Chef des Regionalversorgers sicher, beim Strom könnten neue staatliche Abgaben dazwischen kommen.

4,9 Prozent mehr Strom verkauft

Die AVU muss sich keine Sorgen machen, wenn sie in diesen Tagen die Bilanz für das Jahr 2014 vorlegt. Die Energiekonzerne mit eigenen Kraftwerken sind arg gebeutelt. Der heimische Versorger hat sich schon vor langer Zeit dazu entschlossen, keinen eigenen Strom zu erzeugen. „Da kann ich meinen Vorgängern nur dankbar sein“, versichert Träris, der allerdings trotzdem nicht nur gute Zahlen vorlegen konnte.

Der Absatz von Gas ist im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel, um 34,6 Prozent, zurückgegangen. Verantwortlich dafür sei die Tatsache gewesen, dass einige Großkunden aus der Industrie der AVU den Rücken zugekehrt haben und es einen sehr milden Winter 2013/14 gegeben hat: „Hinter uns liegt bekanntlich das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung.“ Beim Strom haben die Stadtwerke des Ennepe-Ruhr-Kreises dagegen um 4,9 Prozent zugelegt. Hier sind – im Gegenteil zum Gas, Großkunden gewonnen worden.

Der Wasserverbrauch der Kunden sei im Vergleich zum Jahr 2013 um 1,7 Prozent zurückgegangen. Weil der Energieversorger mit seinem angelegten Vermögen gut verdient habe, kommt er wieder – wie im Vorjahr – auf einen Bilanzgewinn von 14,4 Millionen Euro. „Wir sind auf dem Markt gut aufgestellt und haben uns gut im Wettbewerb behauptet“, meinte der AVU-Chef.

Täris betonte, dass sich für das Unternehmen durchaus bemerkbar mache, dass die Menschen inzwischen bereit seien, aus Umweltschutzgründen Energie und auch Wasser zu sparen.

Trotz einer starken Konkurrenz habe die AVU im eigentlichen Versorgungsgebiet einen Marktanteil von 88 Prozent beim Strom sowie 90 Prozent beim Gas. Dabei ist die heimische AVU längst auch ein bundesweit agierendes Unternehmen. Der Energieversorger setzte die doppelte Menge an Strom und sogar die dreifache Menge an Gas außerhalb des Ennepe-Ruhr-Kreises ab, weiß Winfried Hoppmann, der Leiter der Bereiche Markt und Vertrieb bei der AVU.

In der Zukunft will sich der Versorger AVU noch mehr als bisher in den drei Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Erdgas- oder Elektromobilität engagieren, um das Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten. So prüfen die Gevelsberger zur Zeit noch, wo und wie sie sich in Windparks engagieren wollen. Die sollten allerdings an Land und nicht im Wasser liegen, machte Träris klar.

230 000 Euro gespendet

Der Vorstand wies auch auf die Bedeutung des Unternehmens, das er führt, für die gesamte Region hin. Die Hälfte des Gewinns gehe an die kommunalen Gesellschafter wie den Ennepe-Ruhr-Kreis sowie die Städte Gevelsberg, Schwelm und Ennepetal. Direkt und indirekt würde die AVU 1200 Arbeitsplätze in der Region sichern. Dabei würden gewerbliche Auszubildende im Augenblick noch dringend gesucht. Rund 230 000 Euro hätten die Stadtwerke des Kreises für Kultur, Sport, Stadtmarketing und ökologisches Engagement gespendet: „Das entspricht rund einem Euro pro Bürger im Netzgebiet.“

Dabei sei das Unternehmen mit Beratungsstellen in jeder Stadt im eigentlichen Versorgungsgebiet tief in den einzelnen Kommunen verwurzelt. „Das ist unsere Stärke. Die wollen wir auch ausnutzen, wenn wir unsere Serviceleistungen rund um das Thema Energie noch weiter ausbauen werden“, so Träris.

Er selbst, der vor einem halben Jahr von den Wittener Stadtwerken nach Gevelsberg gewechselt sei, fühle sich sehr wohl im Süden des EN-Kreises: „Es ist ein gutes Unternehmen, das mir meine Vorgänger hinterlassen haben. Es macht Spaß, hier zu arbeiten.