Keine Lösung für den Mountainbike-Parcours

Landschaftswächter Ulrich Hildmann in der Kraterlandschaft.
Landschaftswächter Ulrich Hildmann in der Kraterlandschaft.
Foto: WP

Schwelm..  Was wird eigentlich aus dem illegal gebauten Mountainbike-Parcours, der im März vom Forstamt im Wäldchen am Höhenweg entdeckt wurde und für Schlagzeilen sorgte? Das Thema ist in Schwelm gänzlich untergegangen. Unsere Redaktion hat nachgehört.

Ausgangslage: Das Forstamt hatte bei einer Wald-Inspektionen im März den Mountainbike-Parcours entdeckt. Etwa zeitgleich wurde unsere Redaktion durch Landschaftswächter Ulrich Hildmann darauf aufmerksam gemacht. Unbekannte hatten eine Waldfläche von 30 mal 50 Metern gerodet und das Erdreich komplett neu modelliert.

Illegal errichtet

Wie sich herausstellte, handelte es sich bei der Mondlandschaft mit den vielen Kratern um einen so genannten Pump-Track. Das ist ein Parcours aus Rampen, Steilkurven und Huckeln, der von Mountainbikern für Sprünge und Geschicklichkeitsfahrten genutzt wird.

Mehrere junge Menschen hatten den Pump-Track im Wäldchen am Höhenweg ohne Genehmigung in fünfjähriger Arbeit errichtet. Um wen genau es sich bei den Erbauern handelt, ist nicht sicher. Die Informationen stammen von Mountainbikern, die sagen, über alles Bescheid zu wissen. Sie selbst wollen es aber nicht gewesen sein.

Die Folge: Stadt als Waldeigentümerin hatte den Schaden und konnte niemanden haftbar machen.

So ging die Geschichte weiter: Das Forstamt als Aufsichtsbehörde trat an die Stadt als Eigentümerin heran und forderte sie zur Stellungnahme auf. Die Aufsichtsbehörde wollte von der Stadtverwaltung wissen, wie sie mit dem Schaden umzugehen gedenkt. Schließlich wurde Waldfläche zerstört. Der Kommune bleiben nun folgende Möglichkeiten:
Sie kann die betroffene Waldfläche wieder in den ursprünglichen Zustand bringen.
Oder sie kann das betroffene Waldstück als Freizeitfläche umwidmen und für eine Ausgleichsfläche an anderer Stelle im Stadtgebiet sorgen.

Den Rückbau in den ursprünglichen Zustand halten Fachleute angesichts der Schwere des Eingriffes in die Natur für nicht mehr machbar. Die Aufforstung eines neuen Waldstückes wiederum käme die Stadt teuer zu stehen. Aus den Auflagen des Forstamtes ergeben sich Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro – Geld, das die klamme Kommune nicht hat. Ein Kompromiss könnte der Teilrückbau und die Aufforstung einer kleineren Fläche sein. Doch auch das kostet Geld, weswegen die Stadt großes Interesse daran hat, die Verursacher haftbar zu machen.

So sieht es derzeit aus: Lange Zeit war nichts zu hören, was mit dem illegalen Mountainbike-Parcours passiert. Das Forstamt hatte dieses Jahr genug mit den Sturmschäden aus dem Frühjahr zu tun und machte bei der Stadt keinen Druck. Gleichwohl werde man auf eine Lösung bestehen, hieß es.

Ideen vorhanden

Verwaltung und Politik wiederum waren die vergangenen Monate gebunden durch den klammen Haushalt und seine Konsolidierung. Außerdem gibt es für die Stadt immer noch niemanden, den man persönlich haftbar machen kann. So wird es 2015 weitergehen:

Die Stadt hat die Mountainbiker, die angeblich alle Hintergründe kennen, noch einmal zu einem Gespräch eingeladen. Bürgermeister Jochen Stobbe nennt sie die „Wissenden“. Es soll Ideen geben, wie man die Sache lösen kann. Man werde darüber sprechen.

Doch Landschaftswächter Ulrich Hildmann will endlich Ergebnisse sehen. Dass sich die Angelegenheit schon länger hinzieht, sei für ihn nichts Neues. „Das ist typisch. Umweltgeschichten können in Schwelm manchmal Jahrzehnte dauern.“

So lange werde er aber diesmal nicht warten, denn „es ist mir nicht egal“. Hildmann lässt wissen: „Wenn innerhalb des nächsten Vierteljahres nichts passiert, werden wir vom Naturschutz eine Anfrage beim Ennepe-Ruhr-Kreises stellen.“ Man stehe in gutem Kontakt zur Unteren Landschaftsbehörde. Spätestens dann kommt das Thema wieder auf die Tagesordnung