Keine Chance mehr für Jeco

Alle Proteste haben nichts genützt. Die Mahindra-Gruppe schließt die Firma Jeco und das Gevelsberger Schöneweiß-Werk II gleich mit.
Alle Proteste haben nichts genützt. Die Mahindra-Gruppe schließt die Firma Jeco und das Gevelsberger Schöneweiß-Werk II gleich mit.
Foto: WP

Gevelsberg..  Bittere Pille für die 160 Beschäftigten von Jeco in Gevelsberg. Die Schließung des Werks ist endgültig. Konzernchef Javier Curros brachte die schlechte Nachricht aus Spanien mit. Die Führung der Mahindra-Gruppe lehnt die von der Belegschaft, der IG Metall und einer Unternehmensberatung ausgearbeiteten Alternativpläne für ein teilweises Überleben von Jeco kategorisch ab. Mehr noch: Auch das Werk II von Schöneweiss auf dem ehemaligen Krefft-Gelände wird von Mahindra dicht gemacht. Davon sind noch einmal 35 Mitarbeiter betroffen.

Ironie des Schicksals: Acht Jeco-Mitarbeiter sind inzwischen von Schöneweiss im Werk II übernommen worden. Denen habe man gesagt, so der Betriebsrat, es sei doch egal, ob sie auf dem Weg zum Arbeitsplatz nach rechts oder links abbiegen sollen. Jetzt stehen sie vielleicht noch schneller auf der Straße als ihre Kollegen, die noch bei Jeco beschäftigt sind. Für die verhandelt die IG Metall in Gevelsberg, während die Hagener Verwaltungsstelle der Industriegewerkschaft für den Schöneweiss-Ableger an der Mühlenstraße und die dort Beschäftigten zuständig ist.

Mahindra-Vorstandsmitglied Burkhard Rauch vermittelte die schlechte Nachricht bei einer Belegschaftsversammlung. Das alternative Konzept der Arbeitnehmervertreter sei zwar schlüssig, der Konzern wolle sich aber auf den reinen Schmiedebetrieb konzentrieren und alle anderen Arbeiten an Fremdunternehmen vergeben. Damit würden wohl auch Arbeitsplätze bei der Schöneweiss-Zentrale in Hagen und Falkenroth in Schalksmühle auf dem Prüfstand gestellt, befürchten Gewerkschafter. Schöneweiss mit Sitz in Hagen hatte bereits die von ihr übernommene Firma Hünninghaus in der Haßlinghauser Straße dicht gemacht. Die einst schmucken historischen Fabrikgebäude sind inzwischen verfallen. Ein Nachfolger, der die Fläche nützen könnte, ist nicht in Sicht.

„Uns bleibt rechtlich nichts anderes übrig, als in die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan zu gehen“, so Clarissa Bader, erste Bevollmächtigte der IG-Metall-Verwaltungsstelle Gevelsberg/Hattingen. Weiterhin komme es auf jeden Tag an, den Jeco erhalten werden könne.

Nach Auskunft des Betriebsrates gegenüber unserer Zeitung wurde den Arbeitern vom Mahindra-Vorstand in der Belegschaftsversammlung vorgeworfen, sie hätten durch ihren Kampf um die Arbeitsplätze die Schließung verzögert und damit den spanischen Mutterkonzern verärgert. Deshalb käme es nun zur Schließung des Gevelsberger Schöneweiss-Werkes. „Da haben ihn 80 Leute ausgelacht“, so der Betriebsrat von Jeco.

50 Übernahmen zugesichert

Erneuert habe der Vorstand das Versprechen, rund 50 Beschäftigte in anderen Werken zu übernehmen. Auf Nachfrage sei aber ergänzt worden, dass es sich dabei nur um Angestellte und Arbeiter aus dem Schmiedebereich handeln könnte: „Entsprechend gedrückt ist die Stimmung in der Verarbeitung.“ Viele Arbeitnehmer hätten noch gehofft, durch das Alternativkonzept einen Arbeitsplatz bei Jeco in Gevelsberg behalten zu können. Der Traum ist nun vorbei.