Kandidaten-Stadel zur Bürgermeisterwahl

Daniel Gräfe sammelt bereits Unterschriften für seine Kandidatur. Tom Hoppe und Dr. Ingo Mehnerschließen eine solche zumindest nicht aus. Einzig Oliver Teske distanziert sich klar von allen Überlegungen.
Daniel Gräfe sammelt bereits Unterschriften für seine Kandidatur. Tom Hoppe und Dr. Ingo Mehnerschließen eine solche zumindest nicht aus. Einzig Oliver Teske distanziert sich klar von allen Überlegungen.
Foto: Manuela Nossutta

Ennepetal..  Recht sicher scheint: Ein weiterer Bürgermeisterkandidat wird in Ennepetal antreten. Vier Namen sind in der Lostrommel: Daniel Gräfe, Dr. Ingo Mehner, Tom Hoppe und Oliver Teske. Kurios: Einige wissen von ihrem Glück noch überhaupt nichts. Noch spannender sind allerdings die jeweiligen politischen Karrieren und Verbindungen zwischen den Protagonisten.

Mehner distanziert sich

Den Stein ins Rollen bringt Daniel Gräfe. Er selbst saß bereits für die SPD und die CDU im Stadtrat, kandidierte bei den Kommunalwahlen 2014 für die AfD. Die Trennung erfolgte im Streit, anschließend nahmen die Linken und die Piraten ihn nicht auf. Seit November sammelt er Unterstützungsunterschriften, um als unabhängiger Kandidat gegen Anita Schöneberg (SPD) und Imke Heymann (CDU) im September im Kampf um den Bürgermeisterstuhl anzutreten.

Nun verfasste er einen offenen Brief, in dem er die oben genannten als Kandidaten für den Bürgermeisterposten und für ein Wahlkampfteam ins Gespräch bringt. „Anita Schöneberg und Imke Heymann sind für mich nicht wählbar“, schreibt er dort. Daher wolle er selbst kandidieren. Nun täten sich aber eventuell zwei Alternativen auf. Dr. Ingo Mehner und Tom Hoppe. Mehner ist ehemaliger Beigeordneter der Stadt Ennepetal, wurde allerdings 1980 fast einstimmig abgewählt. Der ehemalige Sozialdemokrat sympathisierte später offen mit der CDU, wollte bereits 2009 als Bürgermeisterkandidat mit der Wählergruppe „Ennepetal(er) unter einen Hut“ antreten. Dies lehnte der EN-Kreis aus formalen Gründen ab. Im vergangenen Jahr kandidierte er schließlich für die Freien Wähler für den Gevelsberger Stadtrat. In diesem Jahr wollte er für die Linke für das Bürgermeisteramt der Stadt Ennepetal kandidieren, doch im letzten Moment entschied sich die Partei dagegen.

Mit dem Brief von Gräfe konfrontiert sagt er: „Ich weiß davon nichts. Herr Gräfe geht für meine Begriffe da etwas zu forsch vor. Ich schließe eine Kandidatur nicht gänzlich aus, aber nicht in diesem Team.“

Zweiter Kandidat ist Tom Hoppe, aktuell frei gestellter Chefredakteur von Radio Ennepe-Ruhr. Auf Anfrage dieser Zeitung teilt er mit, dass er den Brief nicht kenne, sich aber geehrt fühle, „dass man mir dieses wichtige Amt anscheinend zutrauen würde.“ Allerdings habe Dr. Ingo Mehner ihn gefragt, ob er, der keiner Partei nahe stehe, als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stehe. „Zudem sagte er mir die Unterstützung seines Teams zu, sollte ich mich zu diesem Schritt entscheiden. Wer genau zu diesem Team gehört, ist mir übrigens nicht bekannt. Die Anfrage von Herrn Mehner habe ich weder verneint noch bejaht, da ich eine Kandidatur nicht kategorisch ausschließe.“

Teske steht nicht zur Verfügung

Zuletzt bringt Daniel Gräfe noch Oliver Teske, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, als Mitglied des Wahlkampfteams ins Gespräch. Ebenfalls Dr. Ingo Mehner hatte ihn im vergangenen November davon überzeugt, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Die öffentlichen Bekanntgabe seiner Kandidatur wirbelte aber insbesondere in den Sozialen Medien mächtig Staub auf, so dass Teske nur einen Tag später wieder zurückzog.

Zum Vorstoß seines Nachbarn Daniel Gräfe sagt er: „Derartige Pläne sind mir vollkommen unbekannt. Ich distanziere mich davon und stehe weder als Bürgermeisterkandidat noch für ein Wahlkampfteam zur Verfügung.“