Kampf gegen Hartz IV

Ennepe-Ruhr..  Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit, Fachkräftemangel, Ausbildungsprogramme für junge Leute – die großen Themen, die Agentur für Arbeit und Jobcenter im Ennepe-Ruhr-Kreis bewegen, haben weiterhin Bestand. Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, Landrat Dr. Arnim Brux und Heiner Dürwald, Leiter des Jobcenter EN zogen gestern eine verhalten positive Bilanz des vergangenen Jahres, sind sich aber durchaus bewusst, dass sie 2015 weiterhin große Aufgaben vor der Brust haben.

Nackte Zahlen

Unter dem Strich sind aktuell 11 787 Menschen im EN-Kreis arbeitslos. Das sind 709 weniger als zum Vorjahreszeitpunkt und bedeuten eine aktuelle Arbeitslosenquote von sieben Prozent.

Agentur vs. Jobcenter

Ein Trend setzt sich fort: Während diejenigen, die maximal ein Jahr arbeitslos sind, schneller und besser integriert werden, sieht das bei den Hartz-IV-Empfängern, die unter die Zuständigkeit des Jobcenters fallen anders aus: Ihre Zahl stieg um 1,1 Prozent. Etwa die Hälfte bezieht diese Leistungen seit vier oder mehr Jahren, 70 Prozent seit mindestens zwei Jahren. Daher setzen die Akteure, den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit ganz oben auf ihrer Agenda. Ihr Appell richtet sich auch an die Arbeitgeber: „Sie müssen bereit sein, auch Menschen einzustellen, die nicht dem Idealbild eines Bewerbers entsprechen“, sagen Helm, Brux und Dürwald unisono, die zudem auf die Effekte angekündigter Bundesprogramme und auf weitergehende Reformen hoffen.

Jugendarbeitslosigkeit

Hier herrscht zurecht großer Stolz: „Im Jahresdurchschnitt sank die Arbeitslosigkeit der Menschen unter 25 Jahre um 8,2 Prozent auf unter 900. Dennoch wollen die Protagonisten der Arbeitsvermittlung sich darauf nicht ausruhen. „Hier kooperieren Jobcenter und Agentur für Arbeit beim Übergang von Schule zum Beruf sehr erfolgreich“, sagt Thomas Helm. Diese Zusammenarbeit soll und in diesem Jahr schriftlich fixiert werden.

Beschäftigungsentwicklung

Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind 100 753 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren. „Allerdings bedienen sich die Arbeitgeber zunehmend an dem Potenzial von Flüchtlingen und Wiedereinsteigern“, sagt Helm, der einer weiteren Abkoppelung der Arbeitslosen von diesem Weg in die Erwerbstätigkeit entgegen treten will.

Schwarzarbeit

Helm und Dürwald halten sich bei diesem Thema zurück, genau wie bei dem Thema, dass Leistungen zu unrecht bezogen werden. Selbstverständlich würden sämtliche Verdachtsfälle verfolgt, eine Tendenz in irgendeine Richtung sei aus ihrer Sicht allerdings nicht auszumachen.

Ausblick 2015

Erfolge bei den Schwerpunktthemen und ein weiteres Beschäftigungsplus sind die Ziele, die Helm Brux, und Dürwald als realistisch erachten.