Jens Schmidt dirigiert 4,5 Tonnen

Millimeterarbeit verrichtete Jens Schmidt am Steuer seines Kranwagens, als er den 4,5 Tonnen schweren MRT in den vierten Stock hob.
Millimeterarbeit verrichtete Jens Schmidt am Steuer seines Kranwagens, als er den 4,5 Tonnen schweren MRT in den vierten Stock hob.
Foto: WP

Ennepetal..  Jens Schmidt zieht die Sonnenbrille auf, lehnt sich zurück, greift zum Funkgerät und bewegt vorsichtig den Joystick. Präzision ist gefordert, denn am Haken seines Kranwagens hängt ein 4,5 Tonnen schwerer Magnetresonanztomograph (MRT), den er in den vierten Stock der Radiologie Ennepe-Ruhr heben soll.

Bereits in der vergangenen Woche wurde das alte Gerät aus dem Haus Voerder Straße 65, wo sich die Praxis befindet, herausgehoben. Weil beide MRTs nicht zerlegbar sind und wegen Größe und Gewicht auch nicht in den Aufzug passen, bestellte die Transportfirma Kühne aus Dortmund zusätzlich den Kranwagen, den Jens Schmidt gestern erneut bei besten Bedingungen und relativer Windstille steuerte.

Nur kein Regen und kein Sturm

Seit 7 Uhr in der Früh sperrten die Männer die Fußgängerzone, bauten den Kranwagen auf und entluden schließlich einen Lkw nach dem anderen, in denen sich neben dem Kern des Geräts mit dem Magneten zahlreiche Kisten mit Zubehör befanden, die Jens Schmidt eine nach der anderen in das Loch in der Hauswand in luftiger höhe bugsierte. Das Loch musste übrigens nicht extra gestemmt werden.

Bereits bei der Einrichtung der Praxis war allen klar, dass das alte Gerät in absehbarer Zeit ausgetauscht werden muss. Deshalb wurden in einem Raum auf ganzer Breite von vornherein Fenster verbaut, die vom Boden bis zur Decker reichen.

Der eigentliche Magnet ist zwar aus den USA, doch das Gerät wurde bei der Firma Philips im niederländischen Best zusammengebaut. Neueste Technik in Verbindung mit einem – laienhaft gesagt – recycelten Magneten soll bald für gestochen scharfe Bilder in der Praxis sorgen.

Zuvor musste das Ungetüm aber erst einmal an seinen Platz. Weil er nicht an der Stelle steht, wo das Loch in der Hauswand ist, montierten die Männer der Firma Kühne Rollen unter das schwere Gerät. „Damit können wir ihn problemlos an seinen Bestimmungsort rollen“, sagt Holger Franke. Der Einsatz in Ennepetal sei nicht einfach, aber auch keine unglaubliche Herausforderung. „So lange es nicht regnet oder stürmt, schaffen wir das ohne Probleme“, sagt Michael Bonacker.

Viele beobachteten das Schauspiel

Davon überzeugten sich auch zahlreiche Ennepetaler, die in der Fußgängerzone unterwegs waren. Viele von ihnen blieben minutenlang stehen und beobachteten die Millimeterarbeit, die Jens Schmidt in seinem Kranwagen leistete. Am späten Nachmittag war die Aufregung wieder vorbei und für mindestens zehn Jahre soll das neue Gerät nun in der Radiologie Ennepe-Ruhr nun seinen Dienst versehen.