Jeco-Chefs kommen nicht zur Versammlung

140 Menschen zittern um ihre Jobs: Die Jeco-Belegschaft macht ihrem Unmut über die Entscheidung, den Standort in Gevelsberg zu schließen, im Vorfeld der Betriebsversammlung Luft.
140 Menschen zittern um ihre Jobs: Die Jeco-Belegschaft macht ihrem Unmut über die Entscheidung, den Standort in Gevelsberg zu schließen, im Vorfeld der Betriebsversammlung Luft.
Foto: WP

Gevelsberg..  In spätestens zwei Wochen will die Gewerkschaft der Geschäftsführung von Jeco Jellinghaus einen Alternativplan zur Schließung vorlegen. „Dann liegt der Ball auf dem Feld des Arbeitgebers“, sagt Clarissa Bader, die Erste Bevollmächtigte der IG-Metall Gevelsberg-Hattingen. Sie setzt sich gemeinsam mit dem Betriebsrat für den Erhalt des Standorts ein, und hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Mut gemacht habe die gestrige Betriebsversammlung, und das aus mehreren Gründen.

Top-ausgebildetes Personal

Eine Untersuchung der Zahlen der vergangenen Monate habe ergeben: „Wir sind wirtschaftlich nicht kaputt“, wie Betriebsratsvorsitzender Michael Jaenecke betont. Die Tendenz der vergangenen drei Jahre habe deutlich gemacht, dass die Entwicklung nach oben zeige. Zwar würde noch Minus gemacht, aber man bewege sich stark auf die schwarzen Zahlen zu. „Wenn man uns ein, vielleicht zwei Jahre Zeit gegeben hätte, dann hätten wir die erreicht“, so Jaenecke.

Eine Firma, die sich im Auftrag des Betriebsrats mit der Gewinn- und Verlustrechnung beschäftigt hat, habe aufgezeigt, dass ohne Probleme ein wirtschaftliches Arbeiten möglich sei, erklärt auch Clarissa Bader. In dem Standort stecke viel Potenzial. Es gebe viele gut ausgebildete Leute – ein enormer Qualitätsfaktor für die Produktion, der nicht zu unterschätzen sei. Viele seien zudem schon lange im Unternehmen beschäftigt, „sie verstehen ihren Job“, hätten viel Erfahrung. Unter anderem diese Argumente werde man in der Diskussion um das Alternativkonzept mit der Geschäftsführung anführen. Denn Jeco habe eine Zukunft in Gevelsberg.

Davon ist auch der Betriebsrat überzeugt und weiß die gesamte Mannschaft hinter sich. Das habe sich während der Betriebsversammlung gezeigt, sagt Michael Jaenecke. Für Unverständnis sorgte die Mitteilung des Betriebsrats zu Beginn, dass es einen Bericht der Geschäftsführung nicht geben wird, weil keiner aus der Führungsetage anwesend sei. Die sehr kurzfristige Einladung des Arbeitgebers zu einer Belegschaftsversammlung am vergangenen Freitag (wir berichteten) habe ebenfalls für Irritationen gesorgt. Gewerkschaft und Arbeitnehmervertretung hoffen dennoch auf Gesprächsbereitschaft der Jeco-Verantwortlichen. Zwei Termine habe es bisher mit der Geschäftsführung gegeben, alle bislang ohne Ergebnis, so Bader.

In den nächsten Treffen werde man deutlich machen, dass sich der Standort durchaus lohne. Einige Argumente für die Schließung seien vorgeschoben. Um so mehr werde man nun intensiv an dem Konzept arbeiten, um die Arbeitsplätze zu erhalten.