Interpretationen menschlicher Körper

Gevelsberg..  Schon das Rahmenprogramm der Vernissage zur Ausstellung mit Arbeiten der Gevelsberger Künstlerin Carina Petzold im Bürgerhaus Alte Johanneskirche bewies ihre Internationalität und Vielseitigkeit. Spanische Musik von der Gruppe „Los Payos“, dazu bergische Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne, Bilder mit und ohne Venedig-Iinspiration. Ein buntes Gemisch also und genau so ist die Künstlerin – im positiven Sinne. Geboren im niederländischen Zeist bezeichnet sie sich selber als „zur Hälfte Holländerin“ und verweist auf den holländischen Großvater, der bereits ein erfolgreicher Maler war.

Platz für eigene Vorstellungen

Um zu überzeugen, muss sie aber gar nicht auf Ahnen verweisen, ihre Bilder genügen dazu voll und ganz. Die Ausstellung im Bürgerhaus Alte Johanneskirche steht unter dem Leitmotiv „Festival der Figuren“ und zeigt anschaulich zwischenmenschliche Beziehungen. Manchmal muss man genau hinsehen bei den Bilder aus Acryl oder Pastellkreide, denn sie haben immer mehr zu sagen, als man auf den ersten Blick erkennt. Es sind Interpretationen menschlicher Körper mit Hilfe von Farbe und Maltechnik. Eine Darstellung des Sichtbaren und des Unsichtbaren.

Da gibt es das Bild einer Frau mit einem Kind auf dem Arm, das zum Clown kostümiert ist. Auf den ersten Blick eine einfache Darstellung, aber warum guckt das Kind, wie es guckt? Trotz der scheinbaren Fröhlichkeit ist der Hintergrund in dunklen Farben gehalten und weist den Betrachter darauf hin, dass hier noch mehr zu finden ist. Genauso tiefgründig sind ihre Aktdarstellungen. Mal sind die Körper nur als Umrisse dargestellt, mal scheinen sie ineinander zu verschwimmen. Carina Petzold geht es um mehr als das bloße Abbild der Wirklichkeit, ihre Bilder sind eine symbolische, abstrakte Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen. Sie lassen immer Platz für eigene Vorstellungen und Deutungen des Betrachters.

Carina Petzold hat in Paris Maskenbildnerei studiert und arbeitet auch heute noch als freie Mitarbeiterin für den WDR. Seit 1984 hat sie ihre künstlerische Ausbildung bei verschiedenen Malern immer weiter vertieft. Bereits seit den 1970er Jahren ist sie überzeugte Gevelsbergerin und unterrichtet als Dozentin in der Malschule Maldumal. Die Kunst liegt dieser Familie im Blut: Einer der Gitarristen der Gruppe „Los Payos“ ist der Sohn der Künstlerin.