Internationale Ehren für Habbel

Michaela und ihr Vater Michael Habbel mit den Auszeichnungen, die ihre Brennerei an der Grenze zu Gevelsberg bei dem Wettbewerb in Dänemark errungen hat.
Michaela und ihr Vater Michael Habbel mit den Auszeichnungen, die ihre Brennerei an der Grenze zu Gevelsberg bei dem Wettbewerb in Dänemark errungen hat.
Foto: WP

Gevelsberg..  Über diese Bilanz würden sich nicht nur Olympia-Teilnehmer freuen. Michaela und ihr Vater Michael Habbel kehrten mit drei Gold- und drei Silbermedaillen aus Dänemark zurück. Mehr noch: Die Zwei-Generationen-Brennerei an der Grenze zu Gevelsberg wurde bei dem international renommierten „World Spirits Award“ als „First-Class-Distillery“ ausgezeichnet.

200 Unternehmen nahmen teil

Rund 200 Unternehmen, die sich dem Hochprozentigen verschrieben haben, nahmen an dem Wettbewerb teil, der in Køge bei Koppenhagen stattgefunden hat. Die Brennerei messen sich jedes Mal in einer anderen Stadt auf der Erdkugel. Diesmal war die Braunstein-Brauerei der Gastgeber. „Ich habe dort einen netten Kollegen aus Kanada kennengelernt, aber auch Unternehmen aus Peru und Mexiko waren vertreten“, erzählt Junior-Chefin Michaela Habbel.

„Wir sind mit sechs unserer Spirituosen angetreten und alle haben eine Medaille von der Jury verliehen bekommen“, freut sich Michael Habbel. Man wollte sich bewusst beschränken: „Die Teilnahmegebühren sind nicht günstig, weil neben dem Geschmackstest der Jury auch noch eine Untersuchung in einem Fachlabor Bestandteil der Prüfung ist, um zum Beispiel den Zusatz von Zucker zu erkennen“, so der Senior-Chef.

Bedeutung des Whiskys steigt

Gold gab es für den Hillock 4½-Zwölftel Single Malt Whisky – sozusagen dem Flaggschiff aus dem Hause Habbel –, dem Hillock Honey and Herbs Whisky-Liqueur sowie dem Vanille Liqueur. Mit Silber zeichneten die Fachleute in Sachen Spirituosen den Chocolat-Cru Liqueur, den Caffé Liqueur und den Five o’ clock Tea-Liqueur aus, der immerhin vor zwei Jahren auch schon zum Likör des Jahres gewählt wurde.

Und weil alle von den Habbels eingereichten Produkte von der Jury eine Medaille bekommen haben, wurde der Brennerei dann der Titel „First-Class-Distillery“ verliehen. Als Beweis dafür gab es ein schickes, blitzendes Metallschild, was eigentlich an die Haustür montiert werden müsste. Michael Habbel will trotzdem darauf verzichten: „Unser Gebäude steht unter Denkmalschutz und da wollen wir nicht viel verändern.“

Bei den Habbels, das zeigt auch das Wettbewerbsergebnis, wird die Produktion von deutschem Whisky immer wichtiger. Die Betonung liegt auf deutsch. „Es gibt schwarze Schafe bei uns in der Branche, die den fertigen Whisky in Schottland kaufen und dann nur noch hier lagern. Bei uns muss die Grundlage aber auch das heimische Getreide sein,“ erklärt Michaela Habbel, die eben erst zur Vize-Präsidentin des Verbandes Deutscher Whiskybrenner gewählt wurde.

Allerdings wissen Tochter und Vater, dass deutscher Whisky noch ein absolutes Nischenprodukt ist. „Bei Glenfiddich, der größten Destillerie in Schottland, verdunstet im Jahr mehr Whisky als in Deutschland produziert wird“, erklärt Michael Habbel.