Integration durch Sport

Der Spaß stand bei der Aktion für Flüchtlinge im Vordergrund.  Es ist bereits der vierte Workshop, weitere werden folgen.
Der Spaß stand bei der Aktion für Flüchtlinge im Vordergrund. Es ist bereits der vierte Workshop, weitere werden folgen.
Foto: WP

Ennepetal..  Agnur (24), der aus Mazedonien kommt, seit über einem Jahr in Ennepetal lebt und schon recht gut deutsch spricht, ist groggy nach den ausgeführten Bewegungen des abgesprochenen Kampfes, aber glücklich. „Perfekt!“, rief er nach dem vierstündigen Workshop Taekwondo, der im Mehrgenerationenhaus für Flüchtlinge lief.

Den sinnvollen Einsatz von Hand- und Fußtechniken hatte Agnur rasch „geschnallt“. Die Trainerin um Vorsitzenden Frank Hoffmann vom Verein To-San Ennepetal, Darleen Manz und Helfer Leon Ziegler, aber auch die Trainer vom Landessportbund, Müjde Haberci und Yannick Tasrey, die sieben Sprachen sprechen, hatten nicht nur Agnur, sondern auch zehn weitere Jugendliche im Alter von 18 bis 26 Jahren ganz schön gefordert. „Alle waren mit Freude dabei, zeigten große Motivation“, zog Frank Hoffman ein erfreuliches Resümee des Workshops, den man seit Dezember vergangenen Jahres zum vierten Mal angeboten hatte. „Durch Taekwondo lernen wir, uns in extremen, aggressiven Situationen angemessen zu verhalten“, so Hoffmann.

Ziel des Workshops sei natürlich auch, wenn die Jugendlichen Spaß an sportlicher Betätigung in der Gruppe finden, sie in den Verein zu locken. „Sie sind dankbar für diese Abwechslung“, weiß Sevinc Yildirim, die für die Flüchtlingsbetreuung der Stadt Ennepetal zuständig ist. Ideen für jenen Workshop hatten Beate Vohwinkel vom Kreissportbund, zuständige Organisatorin für Integration und Inklusion, Andrea Schilken, Vorsitzende des Stadtsportverbandes und Sevinc Yildirim entwickelt.

Die Jugendlichen, die am Samstag zahlreiche Taekwondo-Kniffe vermittelt bekamen, stammen aus Ghana, Eritrea und Mazedonien. „Sie sind froh über jede Beschäftigung, jede Abwechslung im Alltag“, sagte Sevinc Yildirim. „Sie möchten gern mit anderen Menschen in Kontakt kommen.“ Einige wohnen an der Heimstraße, einige haben private Wohnungen bezogen. „Die Flüchtlinge zeigen auch großes Interesse an Fußball, Tennis und Basketball“, berichtete Andrea Schilken, die den erforderlichen Kontakt zu einem Verein gern herstelle. Derzeit suche man jemanden, der „Afrikanischen Tanz“ lehrt, der Übungseinheiten frei hat. Man habe in der Heimstraße beispielsweise beobachten können, wie in den Zimmern getanzt werde. Nächster Schritt sei, so Andrea Schilken und Sevinc Yildirim, bezüglich Sport für Frauen und Mütter etwas Geeignetes anbieten zu können. „Das Mehrgenerationenhaus ist vom Standort her günstig für die Heimstraßen-Bewohner zu erreichen. Das MGH ist mittlerweile für die Flüchtlinge ein Begriff geworden.“

Die Aktion „Workshop für Flüchtlinge“, so Beate Vohwinkel, werde vom Landessportbund NRW finanziell unterstützt. Flüchtlinge seien zudem über die Sporthilfe versichert.