Immer ein Freund der Nachbarschaft

Schwelm..  Er war ein Freund der Nachbarschaften und Schwelms ältester Gastwirt: Heinz Höh. Am 23. Januar im Alter von 86 Jahren verstarb der Vereinswirt und das Ehrenmitglied der Nachbarschaft Winterberg. Auf Wunsch des Verstorbenen fand die Beisetzung in aller Stille statt.

In einem Artikel für die jüngste Ausgabe des Journals für Schwelm lobte Autor Jürgen Kuss den Verstorbenen Heinz Höh als „eine Persönlichkeit mit hoher sozialer Kompetenz.“ Heinz Höh sei ein Mensch gewesen, „der die Härten des Lebens kennen gelernt hat und dabei nicht abgestumpft ist, nie gleichgültig wurde. Bis auf den heutigen Tag rührt ihn menschliches Elend, ob nagender Hunger oder politische Unfreiheit.“

Hilfe für Menschen in Uzgorod

So war er vor 23 Jahren Mitbegründer einer Privataktion für hungernde Menschen in Uzgorod in der UdSSR. Am 18. Februar 1991 startete er mit einem Kleintransporter, beladen mit 1,2 Tonnen Lebensmitteln, Süßigkeiten, Einwegspritzen und Verbandszeug. Fünftausend Mark hatten die Stammgäste, die Nachbarschaft und die Feuerwehr in der Winterberger Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ in der Vorweihnachtszeit für die notleidenden Menschen in der damaligen Sowjetunion gesammelt. Gemeinsam mit Mitstreitern führte Heinz Höh zahlreiche Hilfsaktionen durch.

Heinz Höh stammt aus einer politisch engagierten Familie. Sein Vater Paul Höh hatte bereits vor 1914 der Gewerkschaftsbewegung angehört. Nach 1918 wurde der Vater Mitglied der KPD und 1933 in den Preußischen Landtag gewählt, der jedoch nicht mehr zusammentreten konnte. Heinz Höhs Mutter Friederike war die ehemalige Schwelmer Stadtverordnete der KPD von 1924 bis 1929.

Heinz Höh war langjähriges Mitglied der Nachbarschaft Winterberg, Ehrenmitglied und für ein Jahr auch deren Obernachbar.

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