Im Prinzip ist der Verkehr sicher, aber...

Ingolf Schween, Leiter der Kreispolizeibehörde, Landrat Dr. Arnim Brux und Dirk Happe, Leiter Direktion Verkehr (von links), mit dem Zahlenwerk, das den Ennepe-Ruhr-Kreis als sehr verkehrssicher ausweist.
Ingolf Schween, Leiter der Kreispolizeibehörde, Landrat Dr. Arnim Brux und Dirk Happe, Leiter Direktion Verkehr (von links), mit dem Zahlenwerk, das den Ennepe-Ruhr-Kreis als sehr verkehrssicher ausweist.
Foto: WP

Schwelm..  Im Ennepe-Ruhr-Kreis kracht es im Straßenverkehr deutlich seltener als im Landesdurchschnitt, gleichzeitig verunglücken weniger Menschen als im Rest des Landes. Dennoch zeichnen sich im Straßenverkehr Entwicklungen ab, denen die Kreispolizeibehörde entgegensteuern will. Das machten Landrat Dr. Arnim Brux, der Leiter der EN-Polizei, Ingolf Schween, sowie Dirk Happe, Leiter der Direktion Verkehr, am Montag deutlich.

„Wir können stolz darauf sein, erneut zur Spitze in NRW zu gehören, das bedeutet aber keinesfalls, dass wir jetzt die Hände in den Schoß legen“, sagt Landrat Dr. Arnim Brux, der die vergleichsweise guten Zahlen auf erfolgreiche Präventionsarbeit zurückführt. Die Programme „Crash-Kurs“, „Brems Dich – rette Leben“ sowie den Blitzmarathon nennt der Landrat exemplarisch.

Mehr verletzte Kinder

Doch es gibt auch einige Bereiche, die der Polizeispitze leichte Sorgen bereiten. Dirk Happe nennt zuvorderst den Anstieg der Kinderunfälle, um knapp ein Viertel. Ausschlaggebend für diese Zahl: Einmal die Mama-Taxis vor den Schulen, aber noch wesentlicher ist der Anstieg um 100 Prozent der Unfälle, bei denen die Kinder in Autos saßen, also nicht aktiv auf der Straße unterwegs waren. „Das ist für uns ein Rätsel, denn es gibt auch keine Hinweise, dass die Kinder nicht angeschnallt waren oder die Kindersitze ihren Zweck nicht erfüllt haben“, sagt Dirk Happe, der darauf verweist, dass es generell einen leichten Anstieg der Verletzten pro Unfall gegeben habe.

Kampf den Handynutzern am Steuer

Das hängt nicht zuletzt mit der gestiegenen Zahl an Radfahrerunfällen zusammen, die vor allem in Hattingen, Herdecke und Wetter in die Höhe geschnellt ist. Die Ursache liegt für die Führungsriege der Kreispolizeibehörde auf der Hand: Mehr Fahrradtourismus durch den Ruhrtalradweg. „Doch wir glauben auch, dass uns heutzutage deutlich mehr Radfahrunfälle ohne Fremdeinwirkung gemeldet werden, als das noch vor einigen Jahren der Fall war, als noch nicht jeder ein Handy in der Tasche hatte“, sagt Happe und spricht damit eines der ganz großen Themenfelder für das laufende Jahr an: Schwerpunkteinsätze gegen das Handy am Steuer.

Denn obwohl die Bußgelder steigen, die Fahrzeugtechnik zum Freisprechen immer besser wird, steigt das Handy als Unfallursache ebenso wie die Unfälle, bei denen die Polizei von Handynutzung ausgeht, dies aber nicht beweisen kann. Parallel dazu will die Kreispolizeibehörde ihre Präsenz auf den Radwegen verstärken, der Schulwegsicherung und den Geschwindigkeitskontrollen besondere Aufmerksamkeit widmen.