Im Kreis leben 6517 Kinder von Hartz IV

Ennepe-Ruhr..  Fast jedes sechste Kind im Ennepe-Ruhr Kreis lebt von Hartz IV: Der DGB in der Region Ruhr Mark hat eine aktuelle Übersicht über die Entwicklungen in den Städten und Kreisen veröffentlicht. Dabei verweist er speziell auf die Datenlage im Ennepe-Ruhr-Kreis. Für DGB-Geschäftsführer Jochen Marquardt eine große Herausforderung, die aktiv bekämpft werden muss.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis leben immer noch 6517 Kinder in Hartz-IV-Verhältnissen. Dies sind 16,8 Prozent aller im Kreis lebenden Kinder unter 15 Jahren bzw. fast jedes sechste Kind. Damit ist die Hartz-IV-Armut unter Kindern fast doppelt so stark verbreitet wie bei Menschen im Erwerbsalter. Dort ist „nur“ jeder Zehnte auf Hartz IV angewiesen.

Leistung darf nicht vererbt werden

Deshalb fordert der DGB ein Aktionsprogramm gegen Kinder- und Familienarmut. Der Bund sollte die Hälfte seiner Mehreinnahmen infolge der Einführung des Mindestlohns für diesen Zweck aufwenden. Mit regionalen Netzwerken sollte es dann unter Einschluss der Kommune, der Sozialpartner, Wohlfahrtspflege und Vereinen, umgesetzt werden. Ziel ist, dass kein Kind in einer Familie aufwächst, in der beide Eltern dauerhaft keiner Erwerbstätigkeit nachgehen oder an einer Fördermaßnahme teilnehmen. Bei Alleinerziehenden sollte zumindest eine sozialversicherte Teilzeitarbeit das Ziel sein. „Hartz IV darf nicht zum ‚Lebensstil´ werden oder gar vererbt werden, sondern endlich Hilfestellung aus einer Hand zur Überwindung einer vorübergehenden Notlage werden!“, so Marquardt.

Die Auseinandersetzung mit Kinderarmut gehört für den DGB auf einen der vorderen Plätze auf die Agenda des Jahres 2015.