IG-Metall-Warnstreik bei Dieckerhoff Guss

Feuer in Metallfässern spenden den streikenden Dieckerhoff-Angestellten, die für eine Stunde ihre Arbeit niederlegen, zwischendurch Wärme.
Feuer in Metallfässern spenden den streikenden Dieckerhoff-Angestellten, die für eine Stunde ihre Arbeit niederlegen, zwischendurch Wärme.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach dem großen Warnstreik am 3. Februar, zu dem 1600 Angestellte durch Gevelsberg marschierten, legte die IG Metall gestern nach – allerdings deutlich kleiner.

Gevelsberg.. Stellvertretend für etliche andere Metall verarbeitende Betriebe legte die Frühschicht der Firma Dieckerhoff Guss GmbH am Freitag zwischen 9 und 10 Uhr die Arbeit nieder.

Werkseinfahrt versperrt

Die Firmeneinfahrt war mit Metalltonnen versperrt, in denen Feuer loderten, zwei anliefernde Lkw mussten warten. Die Fahrer beobachteten das Schauspiel aus der beheizten Kabine heraus. Direkt vor ihrer Nase ging es trotz frostiger Temperaturen hitzig zur Sache. Mit Trommeln, Trillerpfeifen und lauten Rufen machten die Dieckerhoff-Mitarbeiter ihrem Unmut darüber Luft, dass die Arbeitgeberseite aus ihrer Sicht deutlich zu wenig Bewegung zeigt, um einen Tarifabschluss für zumindest zwölf Monate auszuhandeln, mit dem alle Beteiligten leben können.

Organisiert hatte den Warnstreik vor der dritten Verhandlungsrunde (siehe Info-Box) die IG Metall Gevelsberg-Hattingen, die alle in der Gewerkschaft Organisierten aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis – exklusive Witten – vertritt. Nach einem Tässchen Kaffee und ein paar belegten Brötchen zur Stärkung bei Rockmusik zur Einstimmung, richtete die 1. Bevollmächtigte der heimischen IG Metall, Clarissa Bader das Wort an die etwa 120 streikenden Dieckerhoff-Mitarbeiter – und das mit Formulierungen, die schon vorweg nahmen was wohl passiert, falls am Montag keine Einigung erzielt wird: „Dann knallt es – und zwar richtig!“, sagte Bader und deutet mögliche Generalstreiks an.

Neben der geforderten Lohnerhöhung ist der Gewerkschaft vor allem die Altersteilzeit ein wichtiges Thema. Während die Arbeitgeberseite diese nur für zwei Prozent der Belegschaften ermöglichen möchte, lautet die Forderung der Gewerkschaft, dass vier Prozent der Mitarbeiter frühzeitig in Rente gehen dürfen. „Ihr arbeitet Euch den Rücken krumm, und nur einige kommen in den Genuss dieser Regelung. Das ist nicht gerecht“, sagte Clarissa Bader. Für sie ist klar, dass die Forderungen für die Arbeitgeber leicht zu erfüllen seien. „Es geht den Betrieben vergleichsweise gut. Wir wollen nur einen Teil des Kuchens abhaben, für den wir täglich arbeiten.“ Bestärkt wurde sie durch den Dieckerhoff-Betriebsratsvorsitzenden Demir Sadi, der sich bei den Mitarbeitern für ihre Unterstützung bedankte. Der hohe Organisationsgrad bei Dieckerhoff war ein Kriterium dafür, dass der Warnstreik dort stattfand.