IG Metall-Vertreter der Versammlung verwiesen

Mit einer Informationsveranstaltung vor den Werktoren im März protestierte die Belegschaft von Jeco in Gevelsberg gegen die angekündigte Schließung des Unternehmens durch die Mahindra.Gruppe.
Mit einer Informationsveranstaltung vor den Werktoren im März protestierte die Belegschaft von Jeco in Gevelsberg gegen die angekündigte Schließung des Unternehmens durch die Mahindra.Gruppe.
Foto: WP

Gevelsberg..  Und wieder ein Schlag für die Jeco-Belegschaft. Donnerstag rief der Arbeitgeber zu einer Belegschaftsversammlung für den darauffolgenden Freitag auf. Eine kurzfristige Einladung von einem auf den anderen Tag. 13.30 Uhr sollte es gestern losgehen. Vor Beginn der Sitzung wurde IG Metall Gewerkschaftssekretär Sven Berg des Raumes verwiesen. Daraufhin verließ der Betriebsrat geschlossen und große Teile der Belegschaft ebenfalls die Versammlung. In der Sitzung selbst soll den verbliebenen Mitarbeitern gesagt worden sein, dass sich an den Schließungsplänen nichts geändert habe. Die Entscheidung stehe fest.

Marsch von der Firma aus

Die außerplanmäßige Belegschaftssitzung erhielt zusätzliche Brisanz, weil der Stufenplan für die Abwicklung der Verlagerung der Firma Thema war. „Doch soweit sind wir noch gar nicht“, sagt Betriebsratschef Michael Jaenecke gestern. Dieser sei eigentlich Inhalt des Sozial- und Interessensausgleichs, und der sei noch nicht verhandelt. Auch Gewerkschaftssekretär Sven Berg wundert sich. Über den Inhalt der Sitzung, die kurzfristige Einladung und vor allem über die Ansage, dass er als Gewerkschaftsvertreter nicht dabei sein dürfe. Natürlich habe der Arbeitgeber Hausrecht, wenn er zur Sitzung einlädt, doch an dem schwarzen Freitag im Februar, als die Schließung des Unternehmens verkündet wurde, hätte die IG Metall auch dabei sein dürfen. Zumal der Jeco-Betriebsrat erklärt hatte, nur mit dem Arbeitgeber zu reden, wenn entweder ein Anwalt oder Mitglied der Gewerkschaft dabei sei. Und das sei bisher auch immer so eingehalten worden, betont der Betriebsratschef.

Nur gestern nicht. Sven Berg kann das nicht verstehen. Von dem, was er gehört habe, seien aus seiner Sicht keine Interna genannt worden. Man hätte guten Willen zeigen können, ihn nicht des Raumes verweisen müssen.

Bisher sei die Gewerkschaft mit dem Arbeitgeber in Informationsgesprächen. Demnächst werde ein Konzept vorgelegt, darin werden „Alternativen zur Fortführung“ in Gevelsberg genannt – in der Hoffnung, etwas zu bewirken. Von der Ankündigung in der Belegschaftssitzung, auf jeden Fall Gevelsberg aufzugeben, lässt sich der Gewerkschaftssekretär nicht entmutigen. Ein gemeinsamer Termin ist aktuell nicht vereinbart. Dafür ein anderer.

Für den kommenden Dienstag hat der Betriebsrat zu einer Betriebsversammlung eingeladen, in der auch der Arbeitgeber zu Wort kommen sollte, wie Michael Jaenecke erklärt. Die Geschäftsführung werde aber nicht daran teilnehmen, aus Zeitgründen, so die offizielle Begründung. Das berichtete der Betriebsratschef. „Also werden wir an diesem Tag nur unsere Seite erzählen können.“ Um 12 Uhr wird es einen Marsch der Belegschaft vom Firmengebäude zum Veranstaltungsort Aula „Alte Geer“ gehen. Und der wird sicherlich alles andere als still und leise werden.