Idioten enthaupten Alltagsfrau

Vermutlich in der Nacht zu Samstag enthaupteten Unbekannte die Alltagsfrau auf der Ennepe-Brücke an der Mittelstraße. Von dem Kopf fehlt jede Spur und der Bürgermeister appelliert an die Täter, diesen zurückzubringen.
Vermutlich in der Nacht zu Samstag enthaupteten Unbekannte die Alltagsfrau auf der Ennepe-Brücke an der Mittelstraße. Von dem Kopf fehlt jede Spur und der Bürgermeister appelliert an die Täter, diesen zurückzubringen.
Foto: WP

Gevelsberg..  Zu einem hirnlosen Akt der Zerstörung ließen sich einige Chaoten am Wochenende in der Gevelsberger Innenstadt hinreißen. Sie warfen schwere Pflastersteine von der Baustelle an der Sparkasse auf die Alltagsmenschen am Ennepeufer und enthaupteten die Frau, die auf der Ennepe-Brücke steht. Von dem Kopf fehlt jede Spur, die Stadt Gevelsberg stellte Strafanzeige – wieder einmal.

Bürgermeister Claus Jacobi führte am Samstagmorgen eine Besuchergruppe aus Attendorn durch Gevelsberg, die sich die Innenstadtgestaltung anschauen wollte. „Ich hatte die Absicht ihnen mit dem Ennepe-Bogen und den Alltagsmenschen einen besonders schönen Teil zu zeigen“, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage dieser Zeitung am gestrigen Sonntag. Doch schon von Weitem sah er, dass der Betonfrau, die an prominenter Stelle auf der Brücke steht, der Kopf fehlt. „Wir haben sofort Anzeige gegen Unbekannt erstattet“, sagt der Bürgermeister, der erschüttert ist, „dass sich einige Idioten zu so etwas hinreißen lassen.“

Beim genaueren Hinsehen wird klar, dass die Vandalen noch mehr Schaden an dem Projekt, das seit Jahren die Gevelsberger erfreut, angerichtet hatten. Offenbar warfen sie einige der gestapelten Bürgersteigplatten von der Baustelle vor der Sparkassen-Hauptstelle und warfen sie über das Geländer auf die Alltagsmenschen, die am Ennepe-Ufer platziert sind. Eine Frau trug Schäden am Bein davon.

Rahmenvertrag mit Künstlerin

Dies ist aber bei Weitem nicht so schwer zu reparieren, wie die Enthauptung. Vor allem, weil von dem Kopf bisher jede Spur fehlt. „Wir gehen davon aus, dass hier mehrere Leute zu Werke gingen und können nur eindringlich an sie appellieren, Hinweise auf die Täter zu geben. Wir wollen auch die Täter bitten, unbedingt den Kopf wieder herauszurücken. Wenn sie zu feige dazu sein sollten, können sie ihn auch einfach anonym vor das Rathaus legen“, sagt Claus Jacobi.

Die Köpfe der Figuren sind von der künstlerischen Arbeit am Wertvollsten. Damit, so Claus Jacobi, sei der Figur quasi die Seele geraubt worden, er wisse derzeit nicht, ob die Wittener Künstlerin Christel Lechner diese zum Beispiel anhand von Fotografien ersetzen könne. Mit der Künstlerin selbst hat die Stadt Gevelsberg einen Rahmenvertrag, in dem immer wiederkehrende Reparaturen geregelt sind – wie zum Beispiel das zerstörte Bein. Ob dieser auch beim fehlenden Kopf greift, muss noch geklärt werden.

Eine Versicherung für Schäden an den Alltagsmenschen besteht nicht. „So etwas lässt sich so gut wie nicht versichern“, sagt Claus Jacobi, der sich während der vergangenen Jahre immer wieder über Vandalismus an den Figuren geärgert hat. „2015 ist bisher noch nichts passiert, wir waren guter Dinge, dass das in diesem Jahr auch so bleiben würde“, sagt das Stadtoberhaupt.