„Ich bring dich um und schneide dir den Kopf ab“

Schwelm..  Manchmal mahlen die Mühlen der Justiz tatsächlich äußerst langsam. Der eigentliche Hauptvorwurf, der einem 29-jährigen Kreisstädter nun vorm Schwelmer Strafgericht gemacht wurde, liegt mittlerweile fünf Jahre zurück. Doch diese Anklage hörte sich tatsächlich sehr übel an.

Am 27. Februar 2010 hatte er laut Anklageschrift seiner heute 23-jährigen Ex-Freundin und Mutter zweier gemeinsamer Kinder angeblich ein scharfes Küchenmesser an den Hals gehalten und gedroht: „Ich bring dich um und schneide dir den Kopf ab.“ Bereits einige Stunden zuvor habe er bei den Eltern der Geschädigten angerufen und Morddrohungen ausgesprochen.

Das sei ein wenig anders gewesen, meinte der Angeklagte vor Gericht: „Ich hatte ein Messer in der Hand, das stimmt. Aber ich wollte es ihr geben.“ Er habe gesagt: „Bring du mich doch endlich um.“

In seiner Ex-Lebensgefährtin hatte der Beschuldigte eine nicht erwartete Fürsprecherin. Die 23-Jährige sagte im Zeugenstand: „Ich will gar nicht mehr, dass er bestraft wird. Es ist alles so lange her. Ich hab’ mit allem abgeschlossen und so soll es bleiben. Wir haben keinen Kontakt, nie ist wieder etwas passiert. Alles okay. An das, was damals geschehen ist, habe ich gar keine echte Erinnerung mehr. Es war ein Messer im Spiel. Es kann aber auch so gewesen sein, dass er selbst sich damit verletzen wollte. Ich hatte seinerzeit einfach nur Panik.“ Letztlich stellte das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft diesen Beschuldigungspunkt ein.

Doch es gab noch eine weitere Anklage gegen den 29-Jährigen: Im Februar 2012 hatte er einen anderen Gast auf einer Feier seiner Schwester krankenhausreif geprügelt. Resultat: Kieferbruch und zwei ausgeschlagene Schneidezähne. Ein psychologisches Gutachten bescheinigte dem Kreisstädter diesbezüglich verminderte Schuldfähigkeit aufgrund von Alkohol-Missbrauch.

Unterm Strich kam der 29-jährige Schwelmer daher trotz fünf Vorstrafen – zwei davon wegen Körperverletzung – letztlich extrem glimpflich davon: Sieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie 100 Stunden gemeinnützige Arbeit. Außerdem wurde ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt, der ihm in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen soll.