Ich bin ein Spekulant

Ich gebe es zu, ich bin ein Spekulant. Nein, ich spekuliere nicht mit Aktien, auch nicht mit Gold und Öl. Mein kümmerliches Eigenkapital würde den Maklern an den Börsen dieser Erde höchstens ein müdes Lächeln an einem Mundwinkel ins Gesicht zaubern würde. Der Spekulanten-Trieb bricht bei mir auch nur in einer ganz bestimmten Jahreszeit aus. Ich spanne Sie – liebe Leserin, lieber Leser – nicht länger auf die Folter: Ich spekuliere in Spargel und liege meist daneben.


In einem bitterkalt endenden März schlendere ich über den Markt und entdecke das Kilo für 9,80 Euro. Ein akzeptabler Preis, aber keine frische Kartoffeln und auch kein Schinken im Haus. Das muss schließlich sein. Also weiter den Markt beobachtet. Das erste Häuschen mit einem Schild auf dem Erdbeeren und Spargel leuchten, fällt mir ins Auge. Die Temperaturen steigen, die Sonne lacht. Da müssen doch die Preise für die weißen Stangen dahinschmelzen. Denkste: 14 Euro das Kilo.


Was soll man machen? Die Kräuterbutter läuft sich daheim schon warm. Frische Kartoffeln und Schinken warten. Eine Fehlspekulation kann ganz schön teuer werden.