Hessischer Kindheitstraum wird wahr

Der Ortsvorsteher von Weifenbach Oliver Kirschneck (l.), Gastgeber Heinrich Briel und Bürgermeister Claus Jacobi (r.) befestigen die Städteflaggen am Kirmesbaum. Kirmes Asbeck
Der Ortsvorsteher von Weifenbach Oliver Kirschneck (l.), Gastgeber Heinrich Briel und Bürgermeister Claus Jacobi (r.) befestigen die Städteflaggen am Kirmesbaum. Kirmes Asbeck
Foto: Andreas Reinshagen

Gevelsberg..  Heinrich Briel versetzte am Samstag die Gevelsberger Ortschaft Asbeck in eine Art Jahrmarktstimmung. Grund war ein lang ersehnter Kindheitstraum, eine Kirmes auf hessische Art durchführen zu können. Mehr als 300 Gäste feierten mit ihm diesen besonderen Anlass und erfüllten dem Wahl-Gevelsberger damit einen lang ersehnten Herzenswunsch.

Seit Jahrzehnten ist der Gevelsberger Heinrich Briel seiner Heimat im hessischen Weifenbach mehr als verbunden gewesen. Hier ist er aufgewachsen und hat die Bedeutung von Tradition in Verbindung mit Gemeinschaft sehr zu schätzen gelernt. Mehrmals im Jahr zieht es den heimattreuen Rentner in die Region, in der er aufgewachsen ist und gleichzeitig seine Jugend erleben durfte.

Engagement für Ortsteil

Weifenbach ist ein 600-Seelen-Dorf im hessischen Hinterland. Zwischen Biedenkopf und Wallau liegt der idyllische Ort in einem Seitental, eingebettet von riesigen Wäldern. Die Liebe zu seiner Frau hat ihn dann nach dem Wehrdienst und einem Zwischenstopp in Hamburg nach Gevelsberg gezogen. In Asbeck besuchte er schon als Jugendlicher sehr häufig seine Tante. Doch ein Kindheitstraum wollte für den 71-Jährigen bis heute einfach nicht in Erfüllung gehen. Der Anlass war aber keineswegs ein Geburtstag oder ein Jubiläum, denn solche Anlässe feiert „Heini“, wie er liebevoll von seinen Freunden und Verwandten genannt wird, eigentlich nicht in solch großem Kreis. Es war die große Feier einer hessischen Kirmes auf seinem Hof in Asbeck. Mehr als 150 Freunde aus Vereinen oder der Familie hatte er dazu aus Hessen mit drei Reisebussen in die Region bringen lassen.

„Ich habe vielen, die heute hier sind, sehr viel zu verdanken. Mir geht es gut, weil ich in meinem Leben sehr viel Unterstützung erfahren haben“, sagt Briel. Klar, dass auch der Bürgermeister Claus Jacobi die Gäste aus Hessen höchst persönlich empfing und gleich eine Stadtrundfahrt durch Gevelsberg anbot. Mit im Schlepptau hatte das Stadtoberhaupt natürlich auch den Vorsitzenden des Gevelsberger Kirmesvereins Michael Sichelschmidt und Hammerschmied Bernd Matthäi. Jacobi lobte im gleichen Zug im Gespräch mit unserer Zeitung die Leistungen und Verdienste von Briel in Verbindung mit der Asbecker Dorfgemeinschaft: „Heinrich Briel nimmt hier im Dorf alle mit in die örtliche Gemeinschaft auf. Einfach außergewöhnlich, was er sich für eine Mühe macht und welches Engagement er in den Jahrzehnten in der Region gezeigt hat.“

Dass zu einer Kirmes auch ein frisch geschlagener Kirmesbaum in blau-weißem Anstrich gehört, bewiesen dann auch die jungen Mitglieder der mitgereisten Burschenschaft „Geselligkeit“ Weifenbach. Der Ortsvorsteher von Weifenbach Oliver Kirschneck, Gastgeber Heinrich Briel und Bürgermeister Claus Jacobi hissten dann mit der Baumaufstellung auch die beiden Ortsflaggen. Nur mit Muskelkraft und meterlangen Holzstangen stemmten dann die zwanzig Aktiven in traditioneller Art den Baum in Richtung Himmel. „Toll, dass er uns direkt zur Kirmes eingeladen hat, wir wohnen erst eineinhalb Jahre im Ort“, zeigte sich Andrea Harbig von der besonderen Veranstaltung begeistert. Ihr Sohn Mika probierte dann auch direkt die Schiffschaukel auf dem Hof neben der Scheune aus. Auch die hatte Heinrich Briel, der im Metallhandwerk als Dreher gearbeitet hatte, selbst für die Kirmes angefertigt. Neben Köstlichkeiten mit Ochsen am Spieß und Erbsensuppe spielten auch die angereisten Weifenbacher Musikanten böhmische Blasmusik. Gastgeber Heinrich Briel nutzte ausgelassen die Tanzfläche und durfte sich am Ende auch noch über die Auszeichnung als Ehrenbürger von Weifenbach freuen, die er durch den hessischen Ortsbeirat und die Dorfgemeinschaft für seine lebenslangen Verdienste vergeben bekam.