Hermann Luce führt künftig das Leo Theater

Hermann Luce und Ehefrau Rosel (hinten) mit Christiane Breucker und Thorsten Hamer.
Hermann Luce und Ehefrau Rosel (hinten) mit Christiane Breucker und Thorsten Hamer.
Foto: WP

Ennepetal..  Führungswechsel beim Leo Theater im Haus Ennepetal: Christiane Breucker wird die Geschäftsführung zum 1. Juni abgegeben. Ihr Nachfolger wird Hermann Luce. Der Schwelmer ist Vorsitzender des Leo-Freundeskreises.

„Der Entschluss ist mir nicht leicht gefallen“, sagt Christiane Breucker, „schließlich habe ich das Theater fast von Anfang an mit aufgebaut.“ Doch aus dem Haus mit 50 bis 60 Plätzen sei ein großes Unternehmen geworden. Hauptberuflich arbeite sie schon fast in Vollzeit, erklärt die Diplom- und Theater-Pädagogin. „Die Geschäftsführung des Theaters erfordert aber auch Vollzeit. Das Leo und die Menschen, die dieses Theater mittragen, haben es verdient, jemanden an der Spitze zu haben, der das Theater vor Ort mehr unterstützen kann als es mir momentan möglich ist.“ Sie schaffe es nicht mehr, an sieben Tagen pro Woche 12 bis 15 Stunden zu arbeiten, bei Premieren auch noch mehr, erklärt Christiane Breucker, die die Geschäftsführung Ende 2014 übernommen hatte. Immerhin gehören dem 25-köpfigen Ensemble neun Berufsschauspieler an.

„Ich freue mich aber, dass es auf jeden Fall weitergeht“, sagt Breucker. Hermann Luce kenne das Theater seit langer Zeit und habe den Freundeskreis gegründet. „Und ich bin nicht ganz weg, sondern werde weiter spielen. Eventuell kommt auch die eine oder andere Regiearbeit dazu“, betont sie. „Das ist es ja auch, was ich ursprünglich im Leo mal machen wollte.“

65-Jähriger gerade im Ruhestand

Mit Hermann Luce übernimmt ein enger Freund des Theaters die Geschäfte. Seit vielen Jahren besucht er mit seiner Frau Rosel das Leo, das 2007 in Langerfeld an den Start gegangen war und 2013 nach Ennepetal umzog. Er gründete den Freundeskreis, der zurzeit etwa 25 Mitglieder zählt. Weitere Leo-Freunde seien immer willkommen. „Wir haben dafür keine hohen finanziellen Anforderungen“, so Luce. Der Kreis steht dem Theater beratend zur Seite – und hat nicht zuletzt tatkräftig und organisatorisch auch beim Umzug ins Haus Ennepetal geholfen.

„Wir haben selbst miterlebt, wie viel Spaß ein Besuch hier im Theater macht, dass man die Alltagssorgen in den zwei Stunden komplett vergessen kann“, sagt Hermann Luce. Da habe er mit seiner Frau entschieden: „Das darf nicht zu Ende sein.“ Und so wird der Ruhestand des 65-Jährigen, der bis vor wenigen Wochen in der Personalabteilung der Schwelmer Stadtverwaltung arbeitete und viele Jahre lang auch Vorsitzender des FC Schwelm 06 war, nun etwas anders aussehen als geplant

Er strebe an, die Tradition des Hauses auszubauen und das Theater und Ennepetal weiter nach vorne zu bringen, sagt Hermann Luce. Für die einzelnen Bereiche wie Service, Abo-Verwaltung und andere solle es Team-Blöcke geben. Er selbst wolle besonders in den Bereichen Abonnenten, Zuschauer, Werbung und Presse aktiv werden. „Ich werde mich in das Künstlerische nicht einmischen“, betont der designierte Geschäftsführer.

Hamer bleibt künstlerischer Leiter

Die künstlerische Leitung wird wie bisher in den Händen von Theater-Gründer Thorsten Hamer liegen. Da der jedoch ein festes Engagement in Weyhe bei Bremen angenommen hat (wir berichteten), wird er in nächster Zeit nur selten in Ennepetal im Einsatz sein können. „Ich suche aber weiter die Stücke aus und besetze sie. Gelegentlich werde ich auch spielen“, erklärt Hamer. In seiner Abwesenheit werde Marc Neumeister, seit einigen Jahren schon vom Publikum sehr geschätztes Ensemblemitglied als sein „verlängerter Arm vor Ort“ wirken. Thorsten Hamer widerspricht damit Gerüchten, dass er sich komplett zurückziehen wolle. „Das Leo ist für mich eine Herzensangelegenheit, es ist ein Teil von mir.“

Hermann Luce betont, dass er das Theater nun nicht vollkommen umkrempeln werde, sondern mit den Mitarbeitern und vor allem auch in Zusammenarbeit mit Thorsten Hamer nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen wolle. Luce erklärte auch, dass ein Umzug des Theaters nicht zur Debatte stehe. Er wolle aber rasch das Gespräch mit der Geschäftsführung der Kluterthöhle + Freizeit GmbH suchen, um sich über den Stand der Dinge bezüglich der aktuellen Diskussion über Sanierung oder Abriss des Hauses Ennepetal zu informieren. Der ruhigere Juli soll dann genutzt werden, um zu arbeiten und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Er lege dabei Wert darauf, so Hermann Luce, dass das Leo ein Theater bleibt, „dass sehr nah an den Besuchern ist – ein Theater, wie Thorsten Hamer immer betont hat, zum Anfassen.“

INFO:

In Kürze wird das Leo Theater sein Programm für die nun beginnende neue Spielzeit vorstellen.

Zunächst sind vier Premieren vorgesehen. Die erste davon findet bereits am Freitag, 12. Juni, 20 Uhr, statt. Dann steht die Komödie „Alles hat seine Zeit“ von Frank Pinkus auf dem Spielplan.

Im Juli soll die Urlaubszeit mit einem Sommerprogramm überbrückt werden, bevor im August dann der gewohnte Betrieb wieder aufgenommen wird.