Heimathandel dringt bis nach Österreich vor

Nils Widal mit dem Heimathandel-Logo und einem kleinen Einblick in die Testversion der späteren Seite. Am 1. November soll die Einzelhandelsplattform mit mehr als 100 Anbietern an den Start gehen.
Nils Widal mit dem Heimathandel-Logo und einem kleinen Einblick in die Testversion der späteren Seite. Am 1. November soll die Einzelhandelsplattform mit mehr als 100 Anbietern an den Start gehen.
Foto: WP

Gevelsberg..  Es war eine ganze Zeit lang still geworden um das ambitionierte Projekt „Heimathandel“ des Gevelsbergers Nils Widal. Doch hinter den Kulissen haben er und sein Team die außergewöhnliche Online-Einzelhandelsplattform auf allen Ebenen vorangetrieben. „Am 1. November gehen wir an den Start“, sagt Widal und geht für Gevelsberg, Ennepetal, Schwelm und Haßlinghausen von mehr als 100 Einzelhändlern aus, die auf der Plattform vertreten sein werden, wenn die Seite im Internet scharf geschaltet wird.

Vor eineinhalb Monaten hat der Gevelsberger Software-Experte die Heimathandel GmbH gegründet, die technische Entwicklung läuft auf Hochtouren. Und vor allem: Die Idee, die den Heimathandel von anderen Plattformen oder simplen Online-Shops abhebt, zieht langsam aber sicher immer größere Kreise. Widal hat eine Einladung zur Vorstellung des Projekts nach Hattingen erhalten, aus Witten, Bochum und Dortmund haben bereits lose Interessenten angefragt. Zudem präsentiert eine Bekannte das Projekt bald im österreichischen Tulln. „Es wäre natürlich super, auch ein österreichisches Pilotprojekt anschieben zu können“, sagt Nils Widal.

Vermarktung über eigenen Seite

Zentrum und Sitz von „Heimathandel“ soll aber Gevelsberg bleiben. Hier haben bereits die meisten Händler zugesagt, ihre Produkte zukünftig auch über diese Plattform vermarkten zu wollen. Dennoch hat der Gevelsberger Händler-Zusammenschluss „Pro City“ dem Jungunternehmer einen Korb gegeben. Begründung: Die Vermarktung soll über die eigene Internetseite erfolgen, außerdem spreche der Standortwettbewerb mit den Nachbarkommunen gegen eine Zusammenarbeit.

Lokal und gleichzeitig grenzenlos

Denn das Konzept von Heimathandel ist zwar lokal angelegt, gleichzeitig sind der Idee aber keine örtlichen Grenzen gesetzt. Wie funktioniert das in der Praxis? Simples Beispiel: Jemand sucht Schmuck und will vor Ort kaufen. Auf Heimathandel.de kann er nach Juwelieren und Schmuckhändlern zum Beispiel in Gevelsberg suchen und selbst einen Radius – beispielsweise 20 Kilometer – angeben. Automatisch werden ihm alle Anbieter in der Nähe aufgelistet. Direkt über die Heimathandel-Seite kann der Kunde einen virtuellen 360-Grad-Blick in die heimischen Geschäfte werfen, sich über die Produktpaletten informieren. „Einen Onlineshop aufzusetzen, ist möglich“, sagt Widal. Vornehmlich soll aber nach gezielter Auswahl durch die Kunden Frequenz in die Städte gebracht werden. „Es geht in erster Linie um Informationen und Service, so dass der Kunde sich bequem vom Sofa aus informiert, das Produkt möglicherweise reserviert, aber nicht auf die persönliche Beratung vor Ort verzichten muss und auch außerhalb der Öffnungszeiten alles vorbereiten kann.“

Enge Zusammenarbeit mit Händlern

Dabei kann der einerseits der Kunde gewisse Branchen und Städte als Favoriten festlegen, andererseits kann der Einzelhändler sein Profil sehr scharf definieren. Newsletter sind möglich, das System beinhaltet zahlreiche Vorteile, die nur die digitale Welt beim Einkaufen bereit hält. „Aber im Zentrum steht kein reiner Online-Handel, sondern der Einzelhändler mit seinem Geschäft vor Ort“, betont Nils Widal.

Zunächst startet Heimathandel als zweimonatiges Pilotprojekt, der Ideengeber hat aber keinerlei Zweifel daran, dass Heimathandel.de diese Phase problemlos überstehen und sich langfristig als Plattform etablieren wird.

Die ersten Wünsche der bisherigen Einzelhändler die Zugang zur Testversion haben, sind bereits bei ihm eingegangen. „Einiges davon werden wir sicherlich auch umsetzen, da sind gute Ideen bei“, sagt er und betont, dass er ganz eng mit den Händlern zusammenarbeiten möchte – gern auch deutlich über die Gevelsberger Stadtgrenzen hinaus.