Haus Lichtenplatz erwacht zu neuem Leben

Sefedin Keqolli ist der neue Wirt am Börkey.
Sefedin Keqolli ist der neue Wirt am Börkey.
Foto: WP

Gevelsberg..  In keiner anderen Gastronomie gaben sich während der vergangenen Jahre derart viele Wirte die Klinke in die Hand, wie im Haus Lichtenplatz. Nach einem knappen Jahr Leerstand haucht Sefedin Keqolli der Traditionsgaststätte nun neues Leben ein und betreibt dort seit dem 1. Juni ein Restaurant und Steakhouse. Er ist fest entschlossen, am Börkey sesshaft zu werden.

Vorbesitzer plötzlich verschwunden

Rückblick: Nach nur einem guten halben Jahr war die Gaststätte „Carpaccio“ im vergangenen Sommer nie wieder aus dem Tiefschlaf der Betriebsferien erwacht. Inhaber Guiseppe Cazzetta, der der Öffentlichkeit zuvor hochtrabende Pläne vorgestellt hatte, war plötzlich wie vom Erdboden verschluckt und hinterließ in den Räumen, die er überwiegend aufwändig renoviert hatte, ein großes Chaos.

Dann fuhr Sefedin Keqolli beinahe täglich auf dem Rückweg von der Arbeit an der verlassenen Gaststätte vorbei. „Es hat mir auf Anhieb gefallen.“ Eines Tages hielt er an, erkundigte sich bei Nachbarn, wer Inhaber des Gebäudes sei. Sie vermittelten den Kontakt zu Klaus Schubert, Geschäftsführer des TV Lichtenplatz, denn das Gebäude ist in Besitz des Sportvereins. „Wir hatten mehrere Bewerber für das Restaurant, am Ende hat aus unserer Sicht diese Konstellation am besten gepasst“, sagt Klaus Schubert, der sich aus Vereinssicht sehr freut, dass nun wieder Leben in die alt ehrwürdige Gaststätte einzieht.

Eigentlich muss es allerdings heißen: eingezogen ist. Denn bereits vor drei Monaten nahmen Sefedin Keqolli und sein Schwager Jimmy die Arbeit auf. „Wir haben viel renoviert, alles nach unseren Bedürfnissen hergerichtet“, sagt Sefedin Keqolli. Mitbekommen hat davon sogar die unmittelbare Nachbarschaft kaum etwas, bevor die neuen Schilder angebracht waren. Dabei herausgekommen ist eine neue Aufteilung. Der ehemalige Tresenraum ist nun Speiseraum mit gedämpftem Licht und entspannter Atmosphäre. Der angrenzende kleine Saal ist nun auch wieder hergerichtet und mit Tischen bestückt. Hier hatte der Vorbesitzer Lager und Büros installiert. „Wir haben etwa 80 Plätze im Restaurant, plus 40 auf der Terrasse“, rechnet Sefedin Keqolli vor.

Zuvor „Manus“ in Ennepetal geführt

Einzig den großen Saal im hinteren Bereich hat er nicht mitgemietet. „Ich muss auf die Wirtschaftlichkeit schauen. Läuft alles, ist es jedoch nicht ausgeschlossen, dass wir diesen in einem weiteren Schritt angliedern. Schließlich reicht für Gesellschaften auch der kleine Saal, der separiert werden kann.“ Gemietet hat er allerdings die renovierte Kegelbahn und hofft auf viele Kegler, die nun am Lichtenplatz ein Zuhause finden.

Dass die Gaststätte nach etlichen Umbenennungen wieder ihren ursprünglichen Namen führt, ist ganz bewusst gewählt, schließlich ist dieser weit über die Stadtgrenzen hinaus den Menschen ein Begriff. Nun hofft Sefedin Keqolli darauf, dass viel Gäste bei ihm einkehren. Der Gastronom aus dem ehemaligen Jugoslawien beschäftigt neben seinem Schwager noch drei weitere Angestellte und wird durch seine Frau Mimoza unterstützt. Die Gastronomie ist für ihn kein Neuland. Schwager Jimmy führte mehr als 20 Jahre das „Manus“ im Haus Ennepetal, Sefedin Keqolli arbeitete dort.

Nach drei Jahren, während derer beide stets in Angestelltenverhältnissen in der Gastronomie tätig waren, geht es nun mit vertauschten Rollen zurück in die Selbstständigkeit. „Dann müssen wir nicht mehr so weit zur Arbeit fahren“, sagen die beiden Ennepetaler, die Wert darauf legen, dass es neben den Steaks eine große Karte mit internationalen Gerichten gibt und auch Vegetarier keinen Hunger leiden müssen. Nicht zuletzt diese Karte soll maßgeblich dazu beitragen, dass nun wieder Kontinuität in die Gaststätte am Börkey einkehrt.

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