Hasperbach verliert die Grundschule
25.06.2010 | 17:56 Uhr 2010-06-25T17:56:00+0200Ennepetal.Jetzt ist es endgültig: Die Grundschule Haspetal im Stadtteil Hasperbach wird aufgelöst. Der Schulbetrieb endet in Hasperbach am 31. Juli 2012. Die Kinder werden ab dann in der Grundschule Voerde unterrichtet.
Das Ende der Grundschule Haspetal wurde mit den Stimmen von CDU, FDP, Freien Wählern und von einigen Grünen beschlossen. Zuvor wurde in der Sitzung des Rates der Stadt noch einmal diskutiert.
SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Rauleff warf der Schulverwaltung vor, auf die Schließung der Schule hingearbeitet zu haben. Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen erklärte sofort: „Ich kenne keinen in der Stadt, der die Schulsituation in Ennepetal besser kennt als Peter Müller (Fachbereichsleiter für Schule und Sport im Rathaus – die Red.).“
SPD sieht „soziales
Leben“ gefährdet
Rauleff sieht durch die Schulschließung das soziale Leben in Hasperbach gefährdet. Das wies FDP-Fraktionschef Wolfgang Frey zurück: „Wir haben Schulen in Königsfeld und Oberbauer geschlossen, das Leben der Menschen dort zu beeinträchtigen.“
Für die SPD schlug Anita Schöneberg vor, den Elternwillen zu stärken. „Sicher werden auf Dauer weniger Grundschulplätze benötigt, aber was spricht dagegen, die Grundschule Haspetal als Teilstandort von Voerde zunächst unbefristet zu erhalten?“, fragte sie und argumentierte weiter: „Dem Elternwillen würde entsprochen, er würde so gestärkt, wie es das von CDU und FDP 2005 verabschiedete Schulgesetz NRW vorsieht.“ Sie wies daraufhin, dass laut Berichterstattung unserer Zeitung von Mittwoch die Einführung von Schulbezirksgrenzen wieder in Düsseldorf im Raum stehe. „Warum sollen wir heute einen Beschluss fassen, der in einem halben Jahr in dieser Form nicht mehr so nötig ist?“
Teilstandort wird
nicht erhalten
Ihr Schlusswort: „Lassen Sie uns von der Schließung der Grundschule Haspetal Abstand nehmen. Wichtiger wäre aus unserer Sicht, ein politisches Signal zu geben, dass wir ernsthaft interessiert sind, den Stadtteil Hasperbach mit dem Erhalt der Grundschule zu stabilisieren.“
Der vorgelegte Antrag der SPD, die Schule Haspetal als Teilstandort von Voerde zunächst unbefristet zu erhalten, fand keine Mehrheit. Walter Faupel (CDU): „Wir müssen das als Ganzes sehen. Das Ganze ist unsere Stadt.“ Er warf der SPD Klientel-Politik vor. „Sie haben sich verrannt und kommen da nicht mehr raus. Die Schülerzahlen sprechen einfach gegen eine Fortführung der Grundschule Haspetal.“
Was blieb bei der Ratssitzung? Enttäuschte Eltern – und Beifall für die SPD.
09:59
@4 Danke für die Info, denn die Frage meinte ich durchaus ernst. 18 Schüler minimal in einer Eingangsklasse, gilt dies für jede Grundschule in Ennepetal, NRW, Deutschland?
Die oben angesprochenen 15 Schüler sind für meine Begriffe ein Maximum, kein Minimum. Und mir ist durchaus klar, dass dies eine Utopie meinerseits ist, für die sich im Land sicher viel ändern müsste, die ich dennoch nicht aus den Augen verlieren mag.
@5 Was ist an meiner Meinung, Klassen sollten kleiner sein (bezogen nicht ausschließlich auf Hasperbach), unqualifiziert? Der Rest meines Beitrages sind Fragen und Tatsachen, keine Meinungen.
Dass die Journalisten mitunter mal Rechtschreib- und Grammatikkurse gebrauchen könnten, beweist diese Website ja nun leider oft genug.
08:24
@5 Hoffentlich denken sie genauso wenn etwas in dieser Art in Ihrem Stadtteil passiert.
20:13
@4 Zustimmung zu dieser Ansicht, die sich angenehm von den anderen hier geschriebenen, eher unqualifizierten Meinungsäußerungen abhebt und auch unangenehme Wahrheiten ausspricht.
13:37
Die minimale Klassengröße einer Eingangsklasse liegt bei 18 Schülern, aber selbst die oben gewünschten 15 werden in Hasperbach in den nächsten Jahren nur erreicht, wenn fleissig unter Wiedereinführung der Schulbezirksgrenzen Kinder aus anderen Stadtteilen wieder zwangsweise in Hasperbach eingeschult werden.
Hasperbach ist ein sterbender Stadtteil. 18% Rückgang der Bevölkerung ist deutlich mehr als der Schnitt in Ennepetal (11%). So wie Ennepetal oder Hasperbach geht es vielen Gemeinden in Deutschland. Daher sollten die öffentlichen Mittel auch dort eingesetzt werden, wo zukünftig genügend Kinder zur Schule gehen, nämlich in den anderen sieben Grundschulen. Die SPD argumentiert absolut im Sinne der Betroffenen....aber eben nur in deren Sinne. Stellen Sie die Frage den Eltern aller anderen Grundschulen, und Sie werden für die Schließung der GS Hasperbach viele Befürworter finden.
11:34
Das Ganze (Faupel) besteht aus der Summe seiner Teile (Königsfeld, Oberbauer, Hasperbach usw.). Eine Mehrheitsentscheidung (Schließung der GS Hasperbach) wurde getroffen, weil dadurch vorgeblich das Ganze befördert wird - basta! Frey assistiert zynisch: Wir haben Schulen in Königsfeld und Oberbauer geschlossen, [ohne] das Leben der Menschen dort zu beeinträchtigen. Alles paletti?
Schöneberg und Rauleff argumentieren konsequent politisch im Interesse der Betroffenen. Faupel wittert in dieser bürgernahen Argumentation Klientel-Politik, von oben herab schlaumeiert er: Sie haben sich verrannt und kommen da nicht mehr raus. Sind es nicht die Wähler, die bestimmen, wer wo nicht mehr raus kommt?
08:44
Bin mal gespannt,wie die CDU und Ihre Steigbügelhalter reagieren,wenn in Rüggeberg die Schule geschlossen werden soll.Ich hoffe wenn dieses passiert ist nicht gerade wieder Wahlkampf.
12:37
„Wir haben Schulen in Königsfeld und Oberbauer geschlossen, das Leben der Menschen dort zu beeinträchtigen.“ - Welches Wort fehlt da? um oder ohne?
Eine Frage: Wie groß sind Grundschulklassen derzeit? Ich nehme an, immer noch um die 25 Schüler pro Klasse? Statt Schulen zu schließen sollten vielleicht einfach die Klassen verkleinert werden. Für meine Begriffe ist ein Weg hin zu max. 15 Schülern pro Klasse der einzig gute, um Schüler vernünftig unterrichten zu können. Dann könnten diese später als Journalisten vielleicht auch Sätze tippen, in denen keine Wörter fehlen.