Happy End für Bruno, den Kirmes-Bären

Große Freude über das Happyend für den Kirmes-Bären Bruno.
Große Freude über das Happyend für den Kirmes-Bären Bruno.
Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg..  Das sind Geschichten, wie sie nur auf der Gevelsberger Kirmes geschrieben werden: Bruno war nicht mehr da. Der liebenswerte Bär, der das Geschehen am Stand der Mühlenhämmer aus dem Giebelfenster des Hauses von Michael Sichelschmidt beobachtet, ist – na, sagen wir einmal ganz vorsichtig – Opfer einer Entführung geworden. Zwölf Stunden lang wurde nach dem Maskottchen des Volksfestes fieberhaft gefahndet, bis es zum überraschenden Happyend kam.

Michael Sichelschmidt, Vorsitzender des Kirmesvereins, war entsetzt. Zwischen 15 bis 20 Jahre – so genau hat die Zeit niemand gezählt – blickte Bruno zur Kirmeszeit aus dem Fenster und war zu einem der Wahrzeichen des Volksfestes geworden. Die Tradition begann, als die Sichelschmidts die Hauptgewinne der damals benachbarten Alexius-Losbude stolz in ihrem Fenster präsentierten. Als Bruno dort Platz genommen hatte, waren sich die Kirmesbesucher einig: Der Bär muss bleiben! Damals hatte er noch keinen Namen. „Erst vor fünf oder sechs Jahren haben ihn die Kinder auf den Namen Bruno getauft.“

Und nun war er nicht mehr da. Die Besatzung des Standes von „Pizza Maria“ bemerkte gegen 2 Uhr in der Frühe, dass das Seil, mit dem Bruno aus Sicherheitsgründen an einem Stuhl angebunden wird, auf der Straße lag. „Es muss zwischen Mitternacht und 2 Uhr passiert sein“, folgert Michael Sichelschmidt, der sich eigentlich gar nicht vorstellen kann, wie der oder die Kidnapper zum Giebel seines Hauses klettern konnten, um den Bär herunter zu holen. Die Nachricht sprach sich wie ein Lauffeuer herum. Immer wieder wurde der Kirmesvereins-Vorsitzende gefragt: „Ist er wieder da?“ Michael Sichelschmidt musste zuerst einmal mit dem Kopf schütteln.

Am Melonen-Stand entdeckt

Lange Freude hatten die Entführer an Bruno nicht. Um 2 Uhr in der Nacht gingen Janina Scholand und Daniel Kirschbaum von der Arbeit nach Hause. Beide sind im Comeback in der Mittelstraße im Kirmes-Einsatz. Er als DJ, sie als Kellnerin. „Janina hat ihn sofort gesehen und wollte ihn haben“, sagt Daniel Kirschbaum. Der Bär lag neben einer kleinen Bude am Ende der Elberfelder Straße, in der kalte Melonen angeboten werden. „Wir dachten zuerst, das sei der Hauptgewinn irgendeiner Losbude, den jemand vergessen hat“, erzählt Kirschbaum. Doch dann wurde ihm schnell klar, dass heute so große Stofftiere nicht mehr im Angebot der immer weniger werdenden Glücksbuden sind. Bruno selbst hatten die beiden bisher nicht bewusst wahrgenommen.

Dann haben sie ein Foto von ihm im sozialen Netzwerk Facebook gesehen. „Da wurde von kriminellen Machenschaften geschrieben. Ich habe zurückgepostet, alle könnten sich beruhigen, Bruno ginge es gut“, schmunzelt Daniel Kirschbaum.

Ein Fall für die Nachtwächter

Der Gevelsberger Kirmes-Bär hatte schon wegen seiner Größe den Morgen nach seiner Entführung in der Garage verbracht. „Ein Frühstück wollte er nicht“, versichert der ehrliche Finder, der das Maskottchen gestern Nachmittag wieder wohlbehalten bei den Mühlenhämmern ablieferte. Dort machten zufällig in diesem glücklichen Augenblick die Blaukittel-Träger auf ihrer Rundreise Station und bereiteten Bruno einen umjubelten Empfang.

Und Janina Scholand, die den traurigen Bruno zuerst entdeckt und sofort in ihr Herz geschlossen hat? Ist sie nun traurig, dass sie Bruno wieder abgeben muss? „Nein, ich kann ihn ja jedes Jahr besuchen kommen.“ Bleibt nur die Frage, ob der Bär in Zukunft während der Kirmes einen eigenen Bodyguard bekommt der auf ihn während der Kirmestage aufpasst? Vielleicht helfen die Ehrennachtwächter aus Ennepetal und Schwelm in dieser Beziehung aus.