Hand in Hand für mehr Lebensqualität

Verena Weber, Projektmanagerin der AWo, bei der Begrüßung der Auftaktversantaltung des auf drei Jahre angelegten Projekets.
Verena Weber, Projektmanagerin der AWo, bei der Begrüßung der Auftaktversantaltung des auf drei Jahre angelegten Projekets.
Foto: WP

Gevelsberg..  2700 Menschen, die 60 Jahre oder älter sind, wohnen in der Südstadt Gevelsbergs. Sie leben gern dort. Um all das, was fehlt, soll sich in den kommenden drei Jahren die Quartiersmanagerin Monika Dammin kümmern. Ihr Büro hat sie in der Senioreneinrichtung der AWo an der Kampstraße bezogen – und von dort will sie einiges erreichen. Nicht allein, sondern zusammen mit Vereinen, Ehrenamtlichen, der Stadt, VHS, Kirche, Procity – eben allen, die sich einbringen möchten. Dass es einiges gibt, was den Menschen, die dort leben, auf dem Herzen liegt, wurde gestern deutlich.

92 000 Euro Förderung

92 000 Euro hat die AWo von der Deutschen Fernsehlotterie für das Projekt erhalten, um ein Netzwerk auf die Beine zu stellen, das es den Anwohnern ermöglicht, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben, auch und vor allem im Alter. „Beheimatung gewährleisten“, das sei ein Ziel, sagt die Quartiersmanagerin. Haushaltsnahe Dienstleistungen seien ein wichtiges Mittel dafür. Dass sich die Menschen genau das wünschen, das hat eine Umfrage auf dem Marktplatz ergeben. Auch bei der Auftaktveranstaltung des Projekts, bei dem die Akteure gestern zusammen kamen, ihre Vorstellungen äußerten und mit den Akteuren des Projekts in Workshops zusammen saßen, wurde das deutlich.

Einkaufshelfer, Begleiter auf Spaziergängen, ein Besuchsdienst, Helfer im Garten und im Haushalt, jemand, der nach der Wohnung schaut, wenn man nicht da ist – Nachbarschaftshilfe ist am meisten bei den Menschen gefragt. Wie das umzusetzen ist und wer dabei mitmacht, ist nur eine Aufgabe, die in den kommenden drei Jahren bewältigt werden soll. Auch die Aufenthaltsqualität soll verbessert werden. Weitere Sitzbänke sollen aufgestellt werden, damit weniger mobile Menschen mehr unterwegs sind. Die Möglichkeit, eine Pause einzulegen, sorge für mehr Mut, das Haus zu verlassen, auch wenn die Kräfte nicht mehr so mitspielen.

Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, hat Verena Weber, die AWo-Projektleiterin, versichert, einen Zweisitzer in der Südstadt aufzustellen. Die Hochstraße ist als möglicher Standpunkt im Gespräch. Ein Vorschlag, der bei den Anwohnern gut ankam. Auch ein Fahrdienst ist von vielen gewünscht. Denn die schwierige Topografie sorge bei dem ein oder anderen für ein unüberwindbares Hindernis. Mehr öffentlich zugängliche Toiletten wären ebenfalls für mehr Mobilität wichtig – nicht nur bei Senioren.

Die Verbesserung der Lebensqualität soll nämlich für alle erreicht werden, betont Verena Weber. Für Kinder, junge Familien und im Schwerpunkt eben für die älteren Generationen. Sie wünscht sich, dass sich die Senioreneinrichtung zu einem Anlaufpunkt entwickelt. In Sachen Kultur und Freizeit, bei sozialen Sorgen der Menschen, aber auch, um sich über bereits bestehende Angebote zu informieren. „Denn die Seniorenarbeit in der Stadt ist gut aufgestellt“, wie Monika Dammin betont.

Hand in Hand arbeiten, für alle Gevelsberger offen sein, mit dem Ziel, vor allem die Südstadt lebenwerter zu machen: Darum soll es in den nächsten drei Jahren gehen. Bürgermeister Claus Jacobi bewertet dieses Engagement als Vorzeigeprojekt, das wichtig für die Zukunft sei und „für eine Belebung des gesamten Quartiers sorgen wird.“