Gutes Handwerk statt Massenfabrikation

Viele Besucherinnen blieben bereits am ersten Stand hängen. Die Seidentücher fanden reißenden Absatz, außerdem lernten die Frauen hier, wie sie diese mit einem kleinen Trick zu einem Loop formen können. Die 36. Auflage des Markts war bei besten Wetter hervorragend besucht.
Viele Besucherinnen blieben bereits am ersten Stand hängen. Die Seidentücher fanden reißenden Absatz, außerdem lernten die Frauen hier, wie sie diese mit einem kleinen Trick zu einem Loop formen können. Die 36. Auflage des Markts war bei besten Wetter hervorragend besucht.
Foto: Jonas Güttler

Schwelm..  „Grundsätzlich zufrieden“ ist die Stadt Schwelm mit dem Verlauf des 36. Kunstmarkts rund um das Schloss Martfeld. Mehr als zufrieden waren all die Besucher, die an den Ständen im Schatten des Schwelmer Wahrzeichens das fanden, was sie suchten: Echtes Kunsthandwerk.

Kein Ramsch und nichts, was aus asiatischer Massenfabrikation stammt. Die Regeln für die Teilnehmer des Kunsthandwerksmarkts sind seit Jahren die selben und sie haben sich bewährt. „Ich komme schon seit Jahren hier her und suche meist nach Schmuck, heute bin ich aber gleich hier am ersten Stand hängen geblieben“, sagt die weißhaarige Besucherin, während sich ihre Freundin erklären lässt, wie das eben erstandene leuchtend türkisfarbene Seidentuch mit einem kleinem Trick auch zum Loop geformt werden kann. Die Verkäuferin nimmt sich Zeit für die Beratung. Die Kundin strahlt mit den in der Sonne leuchtenden Seidentüchern am Stand um die Wette.

Seit 20 Jahren der Organisator

34 Händlerinnen und Händler sind es in diesem Jahr, die ihre Handwerksstücke feilbieten, zwei davon – die Lebenshilfe und die Dacho – verkaufen Waffeln und Kaffee beziehungsweise Kaltgetränke. Dass nur zwei Anbieter rund um die Bühne Essbares anbieten, ist Absicht. „Wir wollen nicht, dass der Anteil der Essstände zu groß wird“, sagt Boris Schmittutz vom Kulturbüro, der den Markt seit mehr als 20 Jahren für die Stadt organisiert. Das Kunsthandwerk hat Vorrang. Bewerber, die anderes als selbst Hergestelltes anbieten wollen, werden aussortiert. „Platz für weitere Kunsthandwerker haben wir aber immer.“

Die Mischung macht es

Schmittutz kann sich auch gut weitere Maler oder Grafiker auf dem Rund vorstellen. Dabei liegt der Anteil derjenigen, die neu sind, bei ungefähr 50 Prozent. Die Mischung aus jungen Anbietern, die kunterbunt Genähtes für Kinder und Farbenfrohes für Erwachsene anbieten, die für ihre Stände filzen und aus altem Plastik Neues entstehen lassen, macht es. Hier treffen klassischer Schmuck auf Seidentücher, Marmeladen auf Öle, Fensterbilder auf Gartenaccessoires. Hobbyhandwerker treffen auf Gewerbetreibende.

Klackern des Webstuhls

Im angrenzenden Museum des Hauses Martfeld empfängt das klackernde Geräusch des Webstuhls die Besucher. Das Museum hat geöffnet und für Kinder wie Erwachsene ein eigenes Programm vorbereitet. Die Kinder basteln mittelalterlichen Schmuck oder stehen staunend wie die Erwachsenen vor dem Jacquard-Webstuhl, der schon mit Lochkarten programmiert wird und im ersten Stock des historischen Gebäudes seine Arbeit aufgenommen hat.

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