Grundstückskauf endet vor Gericht

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Gevelsberg..  Wegen zweifachen Betruges musste sich nun ein selbstständiger 56-jähriger Makler und Immobilien-Kaufmann vor dem Schwelmer Strafgericht verantworten. Letztlich wurde er nach fast drei Stunden Verhandlung freigesprochen. Stein des Anstoßes waren ursprünglich zwei Baugrundstücke in Herdecke, die der Gevelsberger über eine bekannte, einschlägige Internet-Seite angeboten hatte. Ein Pärchen aus Castrop-Rauxel, das verschiedene diesbezügliche Verträge abgeschlossen hatte, erstattete Anzeige gegen den Gevelsberger.

Auch zivilrechtlich geeinigt

Das Ehepaar fühlte sich über den Tisch gezogen, da es letztlich angeblich angewiesen wurde, 8000 Euro an den 56-Jährigen zu zahlen. Für so genannte Vorplanungsleistungen des Gevelsbergers. Für alle Prozessbeteiligten eröffnete sich ein interessanter, aber auch schwierig zu verstehender Einblick in manche Vorgehensweisen innerhalb der Immobilien-Branche.

So muss es offensichtlich eine konkrete Trennung zwischen dem Gevelsberger, der für eine mögliche Errichtung eines neuen Gebäudes, und einer 37-jährigen Maklerin, die lediglich für den Verkauf des Grundstücks zuständig war, gegeben haben. Auch wenn beide in stetigem E-Mail-Kontakt waren.

Letztlich entwarf der Gevelsberger so genannte Reservierungs-Vereinbarungen für die Grundstücke und wies seine Vorplanungskosten separat aus.

Das hatten die Käufer offenbar nicht so wirklich begriffen. Sie meinten nach Aussage des 46-jährigen Mitkäufers, es handele sich nur um „Reservierungskosten“. Er gab zu, die Vereinbarungen nicht wirklich detailliert gelesen zu haben.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sagte letztlich im Abschluss-Plädoyer zu dem Angeklagten: „Es wurde Ihnen betrügerische Verrechnung und Vermarktung vorgeworfen. Das ist nicht aufrecht zu erhalten.“ Es handele sich „offenbar um ein bedauerliches Missverständnis“, beantragte er Freispruch. Das Strafgericht folgte dem Plädoyer. Zudem haben sich das Ehepaar und der Gevelsberger auch zivilrechtlich geeinigt. 7000 Euro hat der 56-Jährige zurück gezahlt.