Grundschulleiterin sorgt für Chaos beim Gebäudekonzept

Ennepetal..  Die Entscheidung darüber, wo die Musikschule und das Stadtarchiv zukünftig untergebracht werden, ist vertagt worden. Vorausgegangen war eine lange Diskussion, in der es weniger um inhaltliche Punkte ging, sondern eher Frust und Ärger über die seit Monaten geführte Debatte über das „Gebäudekonzept“ der Politiker deutlich wurden. Auslöser für diese wenig konstruktive Stimmung im Hauptausschuss war ein Schreiben der Leiterin der Grundschule Wassermaus, Bianka Schweser, das kurz vor der Sitzung im Rathaus landete.

Unerwartetes Schreiben

Es ist überschrieben mit „Mögliches Raumkonzept für eine zukünftige Grundschule in den Räumen der jetzigen Hauptschule Friedenshöhe“. Und was auf diesen drei Seiten zu lesen ist, deckt sich nicht mit den Plänen, die in dem vor etwa einem Jahr vorgelegten Gebäudekonzept berücksichtigt sind. Darin ist vorgesehen, die zukünftige Grundschule Milspe (die Grundschule Wassermaus mit ihren Teilstandorten Rüggeberg und Friedenstal) sowie die Musikschule gemeinsam in das Gebäude der Hauptschule Friedenshöhe unterzubringen. Das sei damals mit den Schulen so abgestimmt worden, sagte Cosimo Palomba, der Leiter des Fachbereichs Schule. „Dieses neue Konzept stellt uns vor eine völlig neue Situation.“ Palomba warb aber auch für Verständnis: Das Schulleben verändere sich ständig und damit auch die Rahmenbedingungen.

Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen erklärte dazu: „Wir wussten nicht, dass ein neues Konzept erarbeitet wurde.“ Sehr erfreut darüber sei die Stadt zu diesem Zeitpunkt, so kurz vor der Entscheidung, jedenfalls nicht. Die neue Erkenntnis: Musikschule und Grundschule Milspe würden so nicht mehr gemeinsam in das Gebäude passen. Wiggenhagen schlug deshalb vor, die Entscheidung über die Musikschule zurückzustellen und in diesem Zusammenhang eine gemeinsame Sitzung von Kultur- und Schulausschuss einzuberufen, um die Sachlage näher zu betrachten. CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Heymann stieg darauf ein und erklärte: „Wir sollten uns vor Ort ein Bild machen und herausfinden, ob die Ansprüche überzogen oder gerechtfertigt sind.“

Grüne und CDU bemängelten zudem eine schlechte Ausarbeitung der Vorlage durch die Verwaltung. Und sahen sich auch deshalb nicht in der Lage, zu entscheiden.

Bewertung vom LWL

FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Haas schlug vor, abzuwarten, was beim Bürgerbegehren zur Katholischen Grundschule herauskomme. Wenn es ein Bürgerbegehren gebe und das erfolgreich sei, dann würden einige Entscheidungen so oder so hinfällig. Die Zeit bis dahin könne man sich nehmen. Die SPD war da anderer Auffassung: Christian Zink betonte: „Ich glaube nicht, dass wir 2015 zu einem Ergebnis kommen, wenn das so weitergeht.“ Die Sozialdemokraten drängten dann auch darauf, doch über die Vorlage abzustimmen. Das Ergebnis war acht dafür, elf Stimmen dagegen, damit war die Vorlage vom Tisch.

Abgelehnt wurde dadurch auch erst einmal der Umzug des Stadtarchivs in das ehemalige Grundschulgebäude Hasperbach. Und auch in diesem Zusammenhang ist vor wenigen Tagen ein Schriftstück bei der Stadt eingegangen, das Fragen aufwirft. Darin gibt der LWL unter anderem zu bedenken, dass das Stadtarchiv durch die Randlage weniger von Schulen und Besuchern genutzt würde und so die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit gefährdet sei.

Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen betonte am Ende des umstrittenen Tagesordungspunkts: „Es wurde im Frühjahr das Gebäudekonzept vorgelegt. Wenn wir die Kraft gehabt hätten zu entscheiden, wären wir viel weiter.“ Nun bliebe alles weiter im Fluss, „hoffentlich nicht bis zum St.Nimmerleinstag.“