Grüne sorgen für Ärger am Gymnasium

Die Schüler Frederik Stein und Mona Krestin mit Direktor Dr. Stefan Krüger an einem Wasserspender.
Die Schüler Frederik Stein und Mona Krestin mit Direktor Dr. Stefan Krüger an einem Wasserspender.
Foto: WP

Ennepetal..  Der Antrag der Grünen-Fraktion, den Schülern des Reichenbachgymnasiums „kostenfreien und hygienischen Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen“ (wir berichteten) sorgt für viel Verwirrung und auch eine gehörige Portion Ärger an der Schule. Direktor Dr. Stefan Krüger ist angesäuert über den Vorstoß der Lokalpolitiker, der „von etlichen Sachfehlern durchsetzt ist.“

Wie kam es dazu? Die Lokalpolitiker aus dem grünen Lager wollen einen Zugang wie oben beschrieben für alle Ennepetaler Schülerinnen und Schüler. Sie begründen ihren Antrag damit, dass „Kinder an vielen Schulen ihre Trinkflaschen auf den Toiletten auffüllen. Aufgrund der Neigungswinkel der Wasserhähne ist es jedoch nur bedingt möglich, eigene Trinkflaschen aufzufüllen.“ An dieser Stelle verlassen sie die Pauschalaussagen und gehen explizit auf das Reichenbachgymnasium ein.

„Hier müssen die Kinder gar den Zugang zu einem Wasserspendesystem zahlen. Das System kostet 60 Euro pro Jahr, zuzüglich einer besonderen Trinkflasche, die zudem käuflich erworben werden muss. Das wirke dem Sinn einer Ganztagsschule, an der die Kinder täglich bis zu acht Stunden verbringen, entgegen, außerdem sehen die Bündnis-Grünen aus der Klutertstadt dadurch sozial schwache Familien diskriminiert.

Nur Ersatz für Cola-Automaten

Schulleiter Dr. Stefan Krüger ist angefressen, seit er das gelesen hat: „Es ist schön, wenn sich Ennepetaler Politiker für die Schulen einsetzen. Sie haben das stets gemacht und dafür danken wir ihnen auch. Aber so etwas geht deutlich über alles Vertretbare hinaus. Hier sind Dinge schlicht falsch dargestellt“, ereifert er sich und berichtet, wie es zu diesem System kam, und was sich hinter diesen besonderen Wasserspendern überhaupt verbirgt.

2009 sollten die Cola-Automaten im Zuge der Gesundheitserziehung durch das Wasserspendersystem ersetzt werden. „In einem demokratischen Prozess einigten sich Schule, Schulträger und Schulausschuss darauf, dass wir über dieses System eine Abkehr von stark gesüßten Limonaden erzielen könnten“, erinnert sich der Schulleiter. Es sollte ein System eingeführt werden, das mehrere Bedingungen auf den unterschiedlichen Ebenen erfüllt. Wartungs- und Hygienevorschriften werden eingehalten. Es spendet gleichermaßen stilles wie prickelndes Wasser in gekühlter Form, war finanzierbar und ist ein Teil der Erziehung zum bewussten Umgang mit Ressourcen. Stichwort Umwelterziehung.

In jedem Raum ein Wasserhahn

Die jährliche Kosten belaufen sich auf 38 Euro – nicht wie von den Grünen behauptet auf 60 Euro. Diese Lösung habe, von Eltern und Schülern mitgetragen, einstimmig sämtliche Entscheidungsgremien passiert. „Hierfür können all diejenigen, die mitmachen, beliebig häufig Wasser tanken. Die speziellen Flaschen sind mit einem Chip versehen, der den Spender freischaltet. Allerdings stets nur nach 20-minütiger Sperrung nach der letzten erfolgten Füllung, um Wasserschlachten zu verhindern“, sagt Krüger, der betont, dass die Anlagen regelmäßig gewartet, mit Kohlensäure versehen und hygienetechnisch überholt werden.

Dr. Stefan Krüger legt Wert darauf, dass „das Angebot als zusätzliche Möglichkeit, Wasser an unserer Schule zu erhalten, zu verstehen ist.“ Jedem Schüler, jedem Lehrer, jedem Mitglied der Schulgemeinde sei es wie immer schon weiterhin möglich, vollkommen kostenneutral in allen Klassen- und Fachräumen beliebig viel Wasser aus Kränen zu trinken. „In jedem Raum gibt es einen Anschluss und da gibt es auch keine Probleme mit Neigungswinkeln, wenn die Kinder ihre selbst mitgebrachten Flaschen auffüllen wollen“, sagt Krüger. Darüber hinaus könne jeder in der Oase Wasser fast zum Selbstkostenpreis erwerben. Und: „Jeder, der in unserer Schulmensa isst, kommt in den Genuss, auch dort kostenfrei beliebig viel Wasser mit und ohne Kohlensäure zu trinken“, sagt der Direktor des Reichenbach-Gymnasiums.

„Um das noch einmal klar zu stellen“, fährt er fort, „niemand ist verpflichtet, einen Vertrag abzuschließen und damit Geld auszugeben, um bei uns Wasser trinken zu können. Die beiden Wasserspender sind einzig und allein Ersatz für Cola-Automaten.“ Seit diese allerdings stünden, erfreuten sie sich wachsender Beliebtheit. Gerade unter den jüngeren Schülern seien sie ausgesprochen beliebt.