Große Gratulantenschar zum 70.

Schwelm..  Weiser und auch ein wenig weißer geworden: Pastor Heinz Ditmar Janousek feierte am Donnerstagabend im Pfarrsaal St. Marien seinen Geburtstag. Runde 70 Jahre ist er alt geworden. Und an seinem Ehrentag bekam er eine flammende Rede, die Heinz Georg Thier, Vorsitzender des Gemeinderates St. Marien, nur mit einem „Oh oh“ kommentieren konnte. Denn zu den Gratulanten gehörte unter anderem auch Ehrendechant Winfried Odenwald, der Tür an Tür – und das bei ziemlich dünnen Wänden – mit Heinz Ditmar Janousek wohnt. Bei seiner Laudatio auf den emeritierten Propst blieb jedenfalls kein Auge trocken.

Launige Rede des Ehrendechanten

Er erzählte von gemeinsamen Fußballabenden und von den geheimen Plänen Janouseks, spätestens im Jahr 2020 den pröpstlichen Stuhl Schwelms wieder für sich zu beanspruchen. Denn das Jahr nach seiner Pensionierung habe er sich zwar vornehm zurückgehalten – aus Rücksicht auf den neuen Propst. Doch noch immer habe er einen Fuß in der Türe. Die Freude darüber, dass Janousek nach einem Jahr Mitarbeit in Sprockhövel ins heimische Pastoralteam zurückgekehrt ist, war auch bei Ehrendechant Winfried Odenwald groß. „Wie gut hast Du es hier in St. Marien gehabt“, sagte er zum Geburtstagskind. „Denn in Schwelm ist alles besser!“

Und er rezitierte aus der Sehnsuchtslitanei eines emeritierten Propstes – zur Melodie von „Mein Hut der hat drei Ecken“. Oder eben: In Schwelm war alles besser. Was ebenfalls perfekt auf die Melodie passte. Er habe jedoch, damit es keinen Ärger gebe, ein paar Städtenamen abgeändert, nach Sprockheim, Hövelhausen oder Haßhövel. Die Litanei handelte von Organisten, die viel zu viele Strophen spielen, von zu engen Messgewändern und halb vollen Kirchen. Und er dichtete für den emeritierten Propst, der ihm herzlich für diese augenzwinkernde Rede dankte.

Heinz Georg Thier fand da etwas ruhigere, aber nicht weniger schöne Worte. „Ich wünsche Dir eine eiserne Gesundheit und die Milde und Abgeklärtheit Alters für Dein weiteres Wirken in Schwelm und Umgebung“, sagte er. Denn im Schoße der Gemeinde St. Marien lasse es sich inmitten von Freunden und Bekannten auch mit 70 Jahren im aktiven Ruhestand noch gut leben: ruhig und abwechslungsreich.

Kolpingchor bringt ein Ständchen

Bevor sich Heinz Ditmar Janousek selbst kurz zu Wort meldete – allerdings nur, um das Büffet zu eröffnen – brachte ihm der Kolpingchor ein Ständchen. Die Chormitglieder sangen drei Lieder, die alle etwa mit dem Wirken und Leben Janouseks zusammenhingen. Und kaum war der offizielle Teil beendet, bildete sich schon eine lange Schlange. Denn jeder wollte Heinz Ditmar Janousek persönlich die besten Glückwünsche für sein neues Lebensjahr überbringen.