Gretchenfrage zur zentralen Verwaltung

Dass die Abteilungen aus den drei Verwaltungsgebäuden H
Dass die Abteilungen aus den drei Verwaltungsgebäuden H
Foto: WP

Schwelm..  Fakt ist: Die Schwelmer Verwaltung muss als Konsolidierungsmaßnahme zentralisiert werden. Fakt ist auch: Die Art, wie drei Standorte in einem zusammengefasst werden, wird die Kreisstadt Jahrzehnte lang prägen. Doch genau an dieser Stelle gerät der Prozess immer wieder ins Stocken. Der Hauptausschuss vertagte das Thema erneut. Zunächst in die Sitzung des Stadtrats am kommenden Donnerstag, 23. April.

Thema ist fast 30 Jahre alt

Das Thema ist bald 30 Jahre alt. Die Erkenntnis, dass sich die Verteilung auf drei Gebäude negativ auf Flächenbedarf, Gebäude- und Nutzungskosten, Informationsfluss, Kommunikation, Bürgerfreundlichkeit und interne Arbeitsabläufe auswirkt, reifte bereits im Jahr 1988. Die Politik beauftragte seinerzeit die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Wibera mit dem Thema. Ergebnis damals: Das Verwaltungsgebäude II, Moltkestraße 24, erkoren die Düsseldorfer damals unter Berücksichtigung möglicher Erweiterungsflächen zum Favoriten. „Aufgrund der Entwicklung der vergangenen Jahre kann dies nicht als Grundlage aktueller Überlegungen genutzt werden“, schreibt Bürgermeister Jochen Stobbe in seiner Vorlage an die Politiker. Ebenso brachte ein Architektenwettbewerb in den 1990er Jahren keine Weiterentwicklung.

Jochen Stobbe beziffert den Konsolidierungsbeitrag der Zentralisierung „bei der ganzheitlichen Betrachtung aller zu berücksichtigenden Kosten- und Erlösbestandteile auf etwa 3,1 Millionen Euro.“ Er forciert einen Neubau an zentraler Stelle in der Stadt und will in dem neuen Gebäude neben einer „effektiven, kostengünstigen, barrierefreien und dienstleistungsorientieren Verwaltung“ auch ein Bürgerzentrum unterbringen. Bei der Fläche sei ein Anteil zu berücksichtigen, der für den Betrieb der Bücherei der städtischen Musikschule sowie der VHS notwendig sei – sofern während der Planungsphase keine dauerhaften anderweitigen Unterbringungsmöglichkeiten für diese gefunden werden.

Gemeinsamen Antrag gestellt

An diesem Punkt tritt das alte Dilemma zu Tage, die Gretchenfrage: kompletter Neubau oder Sanierung mit eventuellem Anbau eines bestehenden Gebäudes. CDU, Grüne, FDP sowie SWG/BfS stellten daher einen gemeinsamen Antrag im Hauptausschuss am Donnerstagabend: Sie wollen die Verwaltung beauftragen, drei Varianten unter den Gesichtspunkten finanzwirtschaftliche Auswirkungen auf die Haushalte 2016 bis 2021, finanzwirtschaftliche Gesichtspunkte im Hinblick auf eine Gesamtlebenszyklusbetrachtung, etwaige Verkaufserlöse, Konsolidierungspotenziale im HSP, Energie- und CO2-Bilanz sowie Raumkonzept und Auswirkung auf den Bürgerservice zu prüfen und gegenüber zu stellen.

Die Varianten, die dem Viererbündnis zur Prüfung vorschweben, lauten: Erweiterung und Sanierung des Verwaltungsgebäude in der Hauptstraße 14 oder Abriss der Häuser in der Hauptstraße sowie in der Moltkestraße und kompletter Neubau oder Generalsanierung des Gebäudes Hauptschule West inklusive der Halle.

Grundsätzliche Überlegungen, denen sich keine andere Fraktion verweigerte. Allerdings wollen SPD, Bürger und Linke dies zunächst intern beraten. Die nächste Diskussionsrunde ist für den Rat anberaumt und mit Spannung erwarten die Schwelmer, ob dann tatsächlich Bewegung in die Sache kommt.

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