Grenzübergreifendes Projekt

Ennepe-Ruhr..  Probleme machen nicht vor Stadtgrenzen halt. Und schon gar nicht, wenn es um kriminelle Jugendliche oder Schulverweigerer geht. Deshalb haben sich Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal zusammengeschlossen und gemeinsam das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ auf die Beine gestellt. Um die Jugendlichen zu erreichen, die im Begriff sind, der Gesellschaft verloren zu gehen.

1,2 Millionen Euro Förderung

„Wir brauchen diese Jungen und Mädchen“, betonte Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe bei der Auftaktveranstaltung für das Projekt im Mehrgenerationenhaus in Ennepetal. „Doch momentan würden sie unsere Hilfe benötigen.“ Um mehr Spielraum dabei zu haben, gibt es Fördermittel vom Bundesministerium und aus dem Europäischen Sozialfonds. Insgesamt stehen 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, der Projektzeitraum ist erst einmal auf vier Jahre beschränkt, könnte aber um drei Jahre verlängert werden.

Ein halbes Jahr hätten die drei Städte an der Bewerbung gearbeitet, betont Bianca Euteneuer von der Ennepetaler Stadtverwaltung. Doch die Arbeit sei es wert gewesen. Sie koordiniert gemeinsam mit Corinna Bick das Projekt und ist sich sicher, dass dadurch viel erreicht werden kann. „Vor allem dadurch, dass wir ein großes Netzwerk spannen.“ Entscheidend sei, dass nicht jede Stadt ihr eigenes Süppchen koche, sondern man gemeinsam an einem Strang ziehe. In den nächsten Wochen wollen die Städte und Jugendämter gemeinsam mit Akteuren von der AWo, Polizei, Schulen, Staatsanwaltschaft, Jugendgerichtshilfe und unter anderem der Jugendeinrichtungen einzelne Aktionen planen.

Großes Netzwerk

Fest steht, dass es für jede Kommune im Projektzeitraum drei zusätzliche halbe Stellen geben wird, und das mit unterschiedlichen Schwerpunkten: für die aufsuchende Jugendarbeit, Beratungen und eine individuelle und enge Betreuung einzelner. Ziel ist es, junge Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren, die von Angeboten der allgemeinen und beruflichen Bildung nicht mehr gefördert werden, zu unterstützen. „Viele dieser Jugendlichen haben sich bisher der Kontrolle der Städte entzogen“, erklärte Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi. „Also müssen wir andere Wege gehen, um sie zu erreichen, und dabei als ein gemeinsamer Sozialraum agieren.“ Auch Wilhelm Wiggenhagen, Bürgermeister der Stadt Ennepetal, lobte die einzigartige Kooperation bei dem Modellprogramm, bei dem strafunmündige Jugendliche und Schulverweigerer im Blickpunkt stehen.