Glühen unterm Haaransatz

Da guck ich am Morgen in den Spiegel und schaue in eine leuchtende Infrarot-Lampe mit Nase und zwei Augen. Nach zweistündigem Plausch in der Nachmittagssonne am Donnerstag glühte mein Gesicht am Freitagmorgen rundum in roter Pracht.

Toll ist das nicht. Gesunde Bräune – wenn es die überhaupt gibt – sieht definitiv anders aus. Ich schaue jetzt eher aus wie Jupp ­Heynckes zu seinen besten Duracell-Zeiten.

Doch ich kann nicht wirklich etwas dafür. Ich bin ein Opfer monatelanger Erfahrung, und die besagt: Solch einen tollen Sommertag hatten wir seit gefühlt einem Dreivierteljahr nicht mehr. Woher sollen Körper und Verstand die Tücken solcher Wetterzustände überhaupt noch kennen?

Heute soll das Wetter ja eher zum Abglühen geeignet sein, morgen dann wieder zum Nachglühen. Meteorologen sprechen von einem Hoch mit unruhiger Wetterlage, ich vom Beginn eines hoffentlich schönen Sommers. Endlich! Andernfalls hätte mich das Wetter noch zur Weißglut gebracht. Dann doch lieber zwei, drei Tage Alpenglühen unterm Haaransatz.