Gevelsberger Kirmes: Blick in die Geschichte mit 300 Fotos

Günter Lintl (links) und Klaus Fiukowski laden gemeinsam ins Filmriss-Kino ein.
Günter Lintl (links) und Klaus Fiukowski laden gemeinsam ins Filmriss-Kino ein.
Foto: Klaus Bröking
Was wir bereits wissen
Wer an den Kirmestagen durch die Pforte des einzigen Gevelsberger Kinos schreitet, der macht auch eine Reise in die (Kirmes)-Vergangenheit.

Gevelsberg.. „Die Kirmes ist ja quasi bei uns vor der Kirmestür“, sagt Klaus Fiukowski vom Gevelsberger Filmriss. Und da soll sie in diesem Jahr nicht stehen bleiben, sondern auch von dem Lichtspieltheater Besitz ergreifen. Wer an den Kirmestagen durch die Pforte des einzigen Gevelsberger Kinos schreitet, der macht auch eine Reise in die (Kirmes)-Vergangenheit.

Eindrucksvolle Bilder aus den Jahren 1950 bis 1974

Günter Lintl hat tief in sein fotografisches Archiv und in das Erbe von seinem Vater und Großvater geblickt. Was er gefunden hat, sind eindrucksvolle Bilder aus der Geschichte vor allen Dingen des Gevelsberger Kirmeszug. Rund 300 Aufnahmen aus den Jahren 1950 bis 1974 hat Lintl ausgewählt, digitalisiert und wird sie an zwei Tagen – am 14. und 26. Juni – im Filmriss in der Rosendahler Straße präsentieren. Zusätzlich zeigt das Kino noch Bilder aus dem Alltagsleben in Gevelsberg anno 1951. Der einstündige Film aus Papas und Omas Zeiten, ein Fundstück aus dem Stadtarchiv, steht von Kirmesmontag bis Mittwoch auf dem Programm.

Aber, zurück zu Günter Lintl, der schon mit seinem Rückblick in die allgemeine Gevelsberger Vergangenheit inzwischen rund tausend Besucher seiner Fotoprojektionen im Filmriss-Kino beeindruckt hat. Er seinem Motto treu geblieben: „Ich will die Menschen von damals in den Vordergrund stellen. Diejenigen, die das alles auf die Beine gestellt haben.“ Natürlich hat er mehr als die 300 Bilder, die nun gezeigt werden, in seinen Archiven entdeckt. „Ich möchte die Veranstaltungen aber nicht zu einem der früher so gefürchteten Diaabende ausufern lassen. Wir wollen die Besucher nicht erschlagen“, schmunzelt Lintl, der sich durchaus auch noch einen zweiten Teil der Kirmes-Rückschau vorstellen könnte.

Kein Monolog

So soll es auch keinen Vortrag als Monolog geben. Die Veranstaltungen mit Günter Lintl am Projektor sind eher eine Plauderei zwischen dem Fotografen als Moderatoren und seinen Zuschauern. „Ich bekomme von den Menschen im Publikum auch etwas zurück“, sagt Lintl selbst, der ohne starres Konzept an die Fotoprojektionen heran geht. Zurück bekommt er die Erinnerungen seiner Zuschauer an die Vergangenheit.

„Bei der letzten Veranstaltung mit historischen Fotos war zum Beispiel ein Bild von einem schweren Unfall auf der Teichstraße dabei. Und im Publikum hat sich jemand gemeldet, der damals Augenzeuge gewesen ist“, zeigt sich auch Gastgeber Klaus Fiukowski beeindruckt. Er und Lintl sehen solche Beiträge nicht als Einmischung an – im Gegenteil: „Wir wollen, dass sich die Menschen selbst oder ihre Eltern und Großeltern wiedererkennen“, sagen die beiden.

Historische Aufnahme professionell bearbeitet

Lintl lobt die Zusammenarbeit mit Fiukowski, der ein Gespür dafür habe, was die Menschen interessiere und eine professionelle Technik anbieten könne, die die historischen Aufnahmen buchstäblich im richtigen, modernen Licht erscheinen lassen.