Gevelsberg vernachlässigt nach wie vor die Radfahrer

Radfahren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gevelsberg beim nächsten Fahrradklimatest besser abschneidet als im Jahr 2012. Gevelsberg erhielt damals die Note ausreichend. Es wäre kein Fortschritt, wenn der Einbahnverkehr auf dem Oberbraker Weg für Radfahrer aufgehoben würde, was das Fahrradforum der Zukunftsschmiede Gevelsberg wünscht. Die Tageszeitung berichtete am 23. Mai: Kaum einer radelt durch den Oberbraken. Es gibt für Radfahrer im ansonsten aufsteigenden Gevelsberg ganz andere Probleme.


Hauptproblem ist die Situation im Bereich Mittelstraße/Ennepebrücke. Wer von der Oberstadt in die Unterstadt oder umgekehrt will, muss entweder eine fahrbahnüberquerende weite Schleife fahren, schieben oder verkehrswidrig fahren. Auswärtige, nachdem sie aus Hagen kommend den Ennepebogen passiert haben, wissen an der Sparkasse nicht weiter. Hier ist kein Schild, weil es keine zumutbare Weiterführung gibt. Die Markierung des Radwegs Ennepe-Runde hört wohl auch deshalb schon im Bereich Gut Rocholz auf. Gevelsberg hatte bei Konzeption und Bau der zentralen Verbindungsstraßen die Radfahrer nie richtig im Blick. Jetzt ist es schwer, aus dem Dilemma herauszukommen. Hilfreich und machbar wäre die Öffnung der Fußgängerzone für den Radverkehr, ggf. über einen kenntlich gemachten Fahrstreifen. Andere Städte machen es auch.


In obiger Befragung weiter kritisiert wurde die schlechte Verkehrsführung für Radfahrer in Baustellen. Auch hier hat sich nichts geändert. Hätten die Städte Gevelsberg und Ennepetal nicht darauf hinwirken können, die B 7 zwischen ABC und ABC Richtung Milspe für den Radverkehr freizugeben? So geht’s nur mühsam über den Wunderbau. Auch hinsichtlich weiterer Kritikpunkte aus 2012 hat sich kaum was getan: Wurde eine Einbahnstraße für Radfahrer geöffnet? Wurden Abstellmöglichkeiten geschaffen? Gibt es inzwischen eine Reinigung bzw. einen Winterdienst für Radwege?


Zu letzterem Punkt eine persönliche alltägliche Erfahrung: Ein verhältnismäßig gut frequentierter Radweg ist der Am Werde. Hier verläuft in der Mitte eines mit Schlaglöchern übersäten Weges ein schmaler Asphaltstreifen, der zum Teil etwas höher liegt, also eine Kante hat. Weil auch Fußgänger diesen vorziehen, muss der Radfahrer oft ausweichen – auch anderen Radfahrern. Bei Schnee bin ich an der Kante zweimal gestürzt, weil man sie dann nicht sehen kann. Nach Regen bilden sich lehmige Pfützen, die bei Durchfahrt eines Wagens auf den Asphalt gespült werden, ihn glitschig machen und Kinderwagen, Rollatoren etc. verschmutzen. Die Flickschusterei der Schlaglöcher hält nur einige Wochen. Meine Bitte an die Technischen Betriebe, den Streifen zu reinigen, wurde ignoriert.


Fazit: Nach wie vor wird das Radfahren in Gevelsberg kommunalpolitisch vernachlässigt, darüber kann der Radboulevard der Hagener Straße nicht hinwegtäuschen. Entsprechend benutzen nur relativ wenige das Rad.

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