Gevelsberg ist Vorbild in Sachen Stadtumbau

Claus Jacobi, Petra Weis, Prof. Dr. Jürgen Aring, Michael Groß, Dr. Armin Kuphal, Michael Groschek und Hubertus Kramer (von links) genossen den Blick über den Ennepe-Bogen. Er zeigt, worüber sie diskutierten.
Claus Jacobi, Petra Weis, Prof. Dr. Jürgen Aring, Michael Groß, Dr. Armin Kuphal, Michael Groschek und Hubertus Kramer (von links) genossen den Blick über den Ennepe-Bogen. Er zeigt, worüber sie diskutierten.
Foto: WP

Gevelsberg..  Das Gefühl, das viele Menschen seit Langem haben und das die Bevölkerung in Gevelsberg nicht zuletzt durch Zuzug wachsen lässt, wird Gewicht in der Bundespolitik bekommen. Denn: Was sich städtebaulich in Wechselwirkung mit einer sozialem Anschub für die Quartiersentwicklung getan hat, soll zur Blaupause beitragen, wie die SPD ihr Programm zur Bundestagswahl 2017 ausrichtet. Gestern war Ortstermin mit schlauen Köpfen und prominenten Gesichtern.

Lobende Worte, kritische Fragen

Das Themenlabor „Kommune und Lebensumfeldgestaltung“ traf sich an der Ennepe – oder besser gesagt: darüber. Den Ort für die Präsentation hatten Bürgermeister Claus Jacobi und der heimische Landtagsabgeordnete Hubertus Kramer wohl gewählt. Aus der obersten Etage der Bauvereins-Geschäftsstelle hatten die Gäste besten Blick über eine der jüngsten Entwicklungen, den Ennepebogen.

Der Einladung von Claus Jacobi, der als Repräsentant der kreisangehörigen Kommunen in der Steuerungsgruppe mitarbeitet, waren der Leiter des Themenlabors, NRW-Städtebauminister Michael Groschek, der Vorstand des Bundesverbands Wohnen und Stadtentwicklung, Prof. Dr. Jürgen Aring, der Direktor des Sozialinstituts der evangelischen Kirche, Prof. Dr. Gerhard Wegner, der Referent der Friedrich-Ebert-Stiftung, René Bormann, Dr. Armin Kuphal, Vorstand des paritätischen Wohlfahrtsverbands Rheinland-Pfalz/Saarland, Bundestagsabgeordneter Michael Groß sowie Petra Weis, Referentin für Stadtentwicklung, Wohnen und Kommunales beim SPD-Parteivorstand .

Jacobi und Kramer informierten, diskutierten, führten die Gäste vom Nirgena zur Haufe und baten im Bürgerhaus „Alte Johanneskirche“ zum Essen. Lobende Worte für die hohe Bürgerbeteiligung aber auch kritische Fragen kennzeichneten Präsentation und Führung, bei der die Gevelsberger zeigten, warum sie neben der Dortmunder Nordstadt das landesweit beste Beispiel für Quartiersentwicklung sind. Doch diese muss konsequent weiter betrieben werden. Die AVU startet nun am Vogelsang damit, die Hausanschlüsse zwischen Breddestraße und Stadtgrenze nach Hagen zu erneuern, im September nimmt die Stadt Gevelsberg dort die Arbeiten zur B7-Erneuerung nach Vorbild des ersten Abschnitts auf. Nach dem Erfolg zwischen Nirgena und Haufe, wird erneut den Hausbesitzern ein Zuschuss gewährt, die im Zuge der Aufwertung auch ihre Fassaden renovieren. „Das hat bis auf ganz wenige Ausnahmen den ersten Bauabschnitt erst zum Erfolg werden lassen“, sagt Claus Jacobi.

Außenbezirke auf dem Schirm

Langsam aber sicher orientiert sich die Quartiersarbeit auch immer mehr in die äußeren Bezirke. In Berge stehen mehrere Maßnahmen an, zum Beispiel der barrierefreie S-Bahnhof und die Aufwertung des Wegs zum Vogelsang. Silschede und Asbeck hoffen darauf, dass sie gemeinsam mit den umliegenden Kommunen als Leader-Region anerkannt werden und von den Fördergeldern unter anderem der Vorplatz des Waldstadions zum Festplatz umgebaut werden kann.

Leichte Sorgen haben die Verantwortlichen beim Filmriss-Kino. Das soll nach Vorbild der Johanneskirche ein Bürgerhaus werden. Problematisch: Mit der alten Kornbrennerei und der VHS sind zwei ebensolche in unmittelbarer Nachbarschaft. Doch der zuständige Fachbereichsleiter Björn Remer ist zuversichtlich: „Das bekommen wir hin.“