Gevelsberg erlebt einen Babyboom

Gevelsberg erlebt einen Baby-Boom.
Gevelsberg erlebt einen Baby-Boom.
Foto: NRZ

Gevelsberg..  Der Klapperstorch hat Gevelsberg anscheinend lieb: Die Stadt hat im vergangenen Jahr einen regelrechten Babyboom erlebt. „Es wurden 40 Kinder mehr als prognostiziert geboren“, erklärte Michael Pfleging, Fachbereichsleiter Bildung, Jugend und Soziales der Stadtverwaltung bei der ersten Zusammenkunft des „Runden Tisches für Flüchtlinge“ im Rathaus.

Auch Einwohnerzahl gestiegen

„Wer rechnen kann: Das sind anderthalb Schulklassen“, so Pfleging über den unerwarteten Zuwachs. Der unerwartete Zuwachs macht das, was alle Babys tun: Neben der Freude auch Arbeit. Denn erst einmal müssen Plätze in den Kindertagesstätten geschaffen werden. „Wir arbeiten in der Stadtverwaltung fieberhaft an der schnellen Lösung der Aufgaben, die uns diese Entwicklung gestellt hat“, versicherte der Fachbereichsleiter den Anwesenden.

Tatsächlich ist in Gevelsberg bereits seit fünf Jahren nichts von einem Geburtenknick zu merken.
Im Jahr 2009 bekamen Gevelsberger Paare 197 Kinder.
Im Jahr 2010 wurden 217 Neugeborene beim Standesamt gemeldet.
Im Jahr 2011 wurde genau diese Zahl gehalten.
Im Jahr 2012 waren es bereits 220 Babys.
Im Jahr 2013 noch einmal eine Steigerung auf 223 Kinder.
Im Jahr 240 kamen dann 240 Mädchen und Jungen durch Eltern aus Gevelsberg auf die Welt.

Die Paare in der Stadt setzen also ein Zeichen in einer Zeit, in der nur noch von einer Überalterung der Gesellschaft gesprochen wird.

Und auch bei der Einwohnerzahl sind die Zeichen positiv, wenn man auch die eigenen Statistiken der Stadt blickt. „Ich ärgere mich immer, wenn ich die Zahlen des Statistischen Landesamtes höre“, schüttelt Bürgermeister Claus Jacobi den Kopf. Die seien nämlich nicht deckungsgleich mit denen der im Rathaus gemeldeten Einwohner. Das Landesamt für Daten und Statistik (LDS) führe für die Kommune Gevelsberg eine geringere zusammenhänge, dass bestimmte Abgleichungen aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erfolgen dürfe.

Tatsächliche mache sich die gestiegene Attraktivität der Stadt Gevelsberg auch bei den Einwohnern bemerkbar. Seien Ende 2013 noch 32 227 Männer, Frauen und Kinder in der Engelbertstadt gemeldet gewesen, seien es ein Jahr später immerhin 32 435 Einwohner. Die Zunahme um 208 Gevelsberger sei neben dem Babyboom 2014 auf eine gestiegene Zuwanderung zurückzuführen. „Wir bewegen und auf die Grenze von 33 000 Einwohnern zu“, kommentiert der Bürgermeister nicht ohne Stolz in der Stimme die Statistik aus dem Standesamt.

Und auch den Zustrom von Flüchtlingen wolle die Stadt als Zukunftschance sehen. Durch eine gelungene Integration könne dem demografischen Wandel, also der immer älter werdenden Gesellschaft, noch mehr entgegenbesetzt werden. Auch in dieser Hinsicht wolle Gevelsberg ein „Standort sein, der sich weit, weit nach oben abhebt.“