Geschichte erlebbar gemacht

A.  m Anfang stand ein Dachbodenfund und das Pflichtgefühl, doch die eigene Familiengeschichte kennen zu müssen. Im Zuge der Ahnenforschung konnte Marc Albano-Müller auch ein Teil der Schwelmer Stadtgeschichte davor bewahren, in Vergessenheit zu geraten. Daraus entstanden ist in Zusammenarbeit mit dem Verein für Heimatkunde eine zweiteilige Vortragsreihe.

Mit seinen Ausführungen traf Marc Albano-Müller beim Publikum in der Sparkasse ins Schwarze. Fast 140 Menschen waren in den Veranstaltungsraum gekommen, um seinen Worten zu lauschen. Wer es schafft, solch eine große Zahl von Menschen anderthalb Stunden mit seinen Worten zu fesseln, und es dabei so still im Saal bleibt, das man das Fallen einer Stecknadel hören kann, hat eine Superleistung hingelegt.

Phantastisch, hochinteressant, spannend, das waren nur einige der Reaktionen des Publikums nach Ende seiner Ausführungen. Zuerst gab es die Familiengeschichte, in Teil zwei wird die Firmengeschichte der Schwelmer Eisenwerks Müller & Co. GmbH im Mittelpunkt stehen. Für Schwelm ist die Familie Müller so etwas wie die Krupps für Essen. Ohne Familie Müller würde das Stadtgebiet in Schwelm nicht so aussehen, wie es sich heute darstellt. Dem Familienclan sind viele imposante Unternehmervillen zu verdanken. Leider haben einige von ihnen den Zweiten Weltkrieg nicht überstanden. Andere mussten schon in einer Zeit Neubauten weichen, bevor der Denkmalschutz sie für sich entdecken konnte.

Aber die Ausführungen und die Ergebnisse der Familienforschung von Marc Albano-Müller zeigen deutlich, dass die Schwelmer Unternehmerschaft eng miteinander verflochten war. Man heiratete standesgemäß und untereinander. Die Geschichte der Familie Müller ist somit auch die Geschichte der Familien Falkenroth, Zassenhaus und anderer bedeutenden Unternehmer-Familien vor Ort. Alle waren sie irgendwie miteinander verwandt.

Der Familie Müller hat Schwelm auch seine erste Tankstelle zu verdanken. Sie stand im Möllenkotten, einst die Keimzelle der Unternehmerfamilie Müller. Auf dem Gelände steht übrigens heute die Westfalentankstelle.

Ich freue mich schon jetzt auf den 10. März. Dann nämlich gibt es um 19 Uhr in der Sparkasse den zweiten Teil der Familien-Saga: „Vom Fässerschmied zum Patriachen. Albano Müller und die Glanzzeit des Schwelmer Eisenwerks (1900 bis 1940“.