Gerd Fischer ist die Symbolfigur der Kirmes

Auf Gut Braband  wurde der 30. Voerder Ehrennachtwächters Gerd Fischer zur Symbolfigur der Kirmes gekürt. Sie wird vom Heimatverein Voerde und den Vorder Vereinen gewählt. Im Bild alle Teilnehmer der Feier mit dem neuen Ehrennachtwächter an der Spitze.
Auf Gut Braband wurde der 30. Voerder Ehrennachtwächters Gerd Fischer zur Symbolfigur der Kirmes gekürt. Sie wird vom Heimatverein Voerde und den Vorder Vereinen gewählt. Im Bild alle Teilnehmer der Feier mit dem neuen Ehrennachtwächter an der Spitze.
Foto: WP

Ennepetal..  „Kräftig ins Horn stoßen und so gegen 11 Uhr abends durchs Dorf gehen“, riet Manfred Henning seinem Nachfolger Gerd Fischer. Der Ehrennachtwächter aus 2014 hat während seiner einjährigen Amtszeit festgestellt: „In Voerde, da gibt es in manchen Ecken Schlunze!“ Darum der freundschaftliche Rat von Nachtwächter zu Nachtwächter.

Beifall gab es in der gastlichen Scheune des Gutes Braband hoch auf der Voerder Höhe, als Gerd Fischer mit den Insignien seines Amts versehen war. Hans-Martin Heimhardt, 2. Vorsitzender des Heimatvereins Voerde, und Manfred Henning hatten ihn ausgestattet mit der hochseidenen schwarzen Mütze, Halstuch, Horn und Hellebarde. Heimhardt streifte ihm den blauen Kittel über. Der Heimatvereinsvorsitzende Robert Dörnen überreichte dem neuen Ehrennachtwächter den Ehrenteller des Heimatvereins Voerde und das erste „Kirmes-Herz“ 2015. Die Voerder wissen: Ist der Ehrennachtwächter gekürt, ist die Kirmes nicht mehr weit entfernt.

Gerd Fischer erhielt von der Stadt Ennepetal Glückwünsche und die besten Wünsche für seine künftige Amtszeit. Die Erste Bürgermeisterstellvertreterin Anita Schöneberg hatte nach alter Sitte „Hasper Maggi“ mitgebracht. Dankesworte gab es von ihr auch für Manfred Henning und eine große Pralinenschachtel aus Milspe dazu, wie die Erste Bürgermeisterstellvertreterin flunkerte. Gerd Fischer erhielt außerdem vom Sparkassenvorstand Uwe Volkmer eine Medaille überreicht. Sie ist extra für Ehrennachtwächter des Heimatvereins Voerde geprägt worden.

Der Geehrte dankte mit kurzen, ja knackigen Worten den Frauen und Männern des Heimatvereins sowie den vielen Gästen. Man kann jetzt schon auf Gerd Fischers Rede beim Bürgermeisterempfang zur Kirmes gespannt sein. Bei ihm paaren sich Humor, Heimatliebe und geschichtliches Wissen. Bei der Ehrung dabei waren Gerd Fischers Tochter Klaudia Fischer (Pfarrerin in Voerde), Schwiegersohn Hans-Jürgen Stumpf und Freundin Ursula Buchholz.

Viele Ehrengäste dabei

„Heute in drei Wochen ist es soweit. Dann ist wieder Voerder Kirmes“, sagte Voerdes Heimatvereinsvorsitzender Robert Dörnen vor Gästen aus Politik und Vereinen bei der Nachtwächterkür. Gekommen waren neben Anita Schöneberg die stellvertretende Landrätin Sabine Kelm-Schmidt, der SPD-Landtagsabgeordnete Hubertus Kramer, der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Volker Rauleff, und die Ehrenbürgermeister Friedrich Döpp und Michael Eckhardt sowie der Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung, Stephan Langhard.

Robert Dörnen: „Heute führen wir den 30. Ehrennachtwächter in sein Amt ein.“ Der Vorsitzende schilderte, wie die Voerder schon Wochen vor der Nachtwächterwahl versuchen herauszubekommen, wer es denn wohl werden wird. „Diesmal fing es schon kurz nach Silvester an. Wenn in den vergangenen Wochen mein Auto irgendwo in Voerde stand, wurde sofort spekuliert. Da wohnt doch der...“ Das zeige, wie die Bevölkerung großen Anteil nehme, sagte Dörnen, denn der Voerder Ehrennachtwächter sei nicht irgendwer. „Sie stammen aus allen Bereichen der Bevölkerung. Es sind nicht immer nur die sogenannten VIPs.“ Die Satzung des Heimatvereins sage dazu: „Es sind Personen zu ehren, die sich um die Förderung der Heimatliebe und Heimatkunde verdient gemacht haben.“ Was das genau sein soll, sei nicht definiert, so Robert Dörnen.

Voerder Platt mit spitzer Zunge

Der Vorsitzende schilderte dann ausführlich den Lebenslauf des neuen Ehrennachtwächters Gerd Fischer, der 1932 in Voerde geboren wurde. Nur mit kurzer Unterbrechung habe er immer in Voerde gewohnt. „Das wollen wir ihm aber großzügig nachsehen, das war der damaligen Wohnungsnot geschuldet“, sagte Robert Dörnen lächelnd. 27 Jahre habe Fischer die verschiedensten Vorstandsämter im Heimatverein und Heimatbund ausgeübt, heute noch zähle er zum erweiterten Vorstand des Heimatvereins. Gerd Fischer gehöre nicht zu den Vielsprechern, aber wenn, dann in breitestem Voerder Platt und gern mit spitzer Zunge. Robert Dörnen: „Als ich ihn vor einigen Wochen am Telefon reichlich spät am Abend fragte, ob er wohl gern der nächste Voerder Ehrennachtwächter werden möchte, kam die kurze Antwort: ,Dar wüer eck wohl gähne wärn.“ Damit sei alles gesagt gewesen, das Gespräch eigentlich schon wieder zu Ende. Mit dem Satz „Pass gut auf unser Voerde auf!“ und einem dreifachen lautstarken „Krut Voerde“ endete die Würdigungsrede von Robert Dörnen.

Es wurde noch lange gefeiert. Zu später Stunde kutschierte der Chef der VER, Thomas Schulte, persönlich die Gäste von der Voerder Höhe zurück ins „Dorf“.