Geradeausspur auf der Ruhrstraße gesperrt

Ungewohnter Anblick: Ab sofort ist das Geradeausfahren für Verkehrsteilnehmer, die von der Ruhrstraße kommen, nicht mehr möglich.
Ungewohnter Anblick: Ab sofort ist das Geradeausfahren für Verkehrsteilnehmer, die von der Ruhrstraße kommen, nicht mehr möglich.
Foto: Andreas Gruber
Was wir bereits wissen
  • Die Todeskreuzung Carl-vomHagen-Straße/Talstraße ist entschärft worden
  • Ab sofort dürfen die Fahrzeuge, die aus der Ruhrstraße kommen, dort nicht mehr geradeaus fahren
  • Im September war dort einem Kradfahrer die Vorfahrt genommen worden

Schwelm..  Rot-weiße gestreifte Baken mit Blinkleuchten, gelbe zusätzliche Markierungen im Abbiegebereich, ein zusätzliches Schild, dass den Verkehrsteilnehmern anzeigt, dass man von der Fahrspur aus nur noch rechts abbiegen darf, und eine dick durchgekreuzte Richtungsanzeige auf der großen Hinweistafel, die deutlich machen soll, dass es geradeaus nicht mehr geht: Die Änderungen an der Gefahren-Kreuzung Talstraße/Ruhrstraße/Carl-vom-Hagen-Straße sind umgesetzt.

Mitarbeiter von Straßen.NRW haben die Änderungen am Montag im Laufe des Tages durchgeführt. Die Stadt hatte den Landesbetrieb dazu autorisiert, nachdem sich die Unfallkommission des Ennepe-Ruhr-Kreises Anfang Oktober für genau diese Maßnahme ausgesprochen hatte. Die Kommission zog damit die Konsequenz aus der Häufung von Unfällen und Beinah-Unfällen auf der Kreuzung.

17-Jähriger stirbt bei Unfall

Trauriger Anlass war der tödliche Unfall am Abend des 19. Septembers. Ein 17 Jahre alter Kradfahrer aus Schwelm, der von der Ruhrstraße kommend geradeaus in Richtung Carl-vom-Hagen-Straße unterwegs war, wurde mitten auf der Kreuzung von einem Pkw erfasst und starb infolge des Zusammenstoßes. Sein Sozius wurde schwer verletzt. Der Pkw-Fahrer, der von der Carl-vom-Hagen-Straße in Richtung Wuppertal unterwegs war, hatte beim Linksabbiegen das Zweirad übersehen.

Im Zuge der Berichterstattung meldeten sich immer mehr Anwohner und Bürger auch in der Redaktion zu Wort, die von Unfällen und Beinahunfällen auf der Kreuzung berichteten. Auch bei der Polizei war von einer Unfallhäufigkeit die Rede. In vielen Fällen war die Sprache von Linksabbiegern, die von der Carl-vom-Hagen-Straße kommend auf die Talstraße wollen und dabei Verkehrsteilnehmer übersehen bzw. beinahe übersehen, die die Kreuzung von der Ruhrstraße geradeaus überqueren. Es wurden Stimmen laut, das Linksabbiegen durch eine veränderte Ampelschaltung gesondert zu regeln bzw. die Ampeln besser auf die Verkehrssituation einzustellen.

Dies ist aber mit der vorhandenen Ampelanlage nicht zu machen. „Eine denkbare Lösung per Ampelanlage und Ampelschaltung Geradeausfahrer und Linksabbieger zu trennen, ist mit der mehr als 30 Jahre alten Anlage technisch nicht möglich“, erklärte Dirk Tubbenthal, beim Kreis zuständig für allgemeine Verkehrsangelegenheiten. Deshalb entschied die Unfallkommission, den Verkehrsfluss an der Kreuzung zumindest in Teilen neu zu regeln und so für mehr Sicherheit zu sorgen. Die Geradeausspur auf der Ruhrstraße wurde daher jetzt mit Baken derart gesperrt, dass Verkehrsteilnehmer dort nur noch nach links oder rechts abbiegen können.

Das Linksabbiegen von der Carl-vom-Hagen-Straße zu unterbinden – was auf den ersten Blick naheliegt, weil dieser Verkehr ursächlich für viele Unfälle ist – kam aus Sicht der Unfallkommission nicht infrage. Das Verkehrsaufkommen dort sei zu groß, als dass es umgeleitet werden sollte, teilte Dirk Tubbenthal mit. Die Folge wäre schließlich gewesen, dass zusätzlicher Verkehr über ohnehin schon stark befahrene Verkehrswege in Schwelm hätte geführt werden müssen bzw., wenn man den Verkehr in Richtung Wuppertal durchs Industriegebiet Graslake leitet, dass die Stadt Wuppertal bei der Entscheidung zwingend hätte miteinbezogen werden müssen. Das hätte das Ganze aber verzögert, was gegen eine schnelle Lösung sprach, die man für die Kreuzung unbedingt wollte.

Übergangslösung

Gleichwohl handelt es sich nach Aussage der Unfallkommission ausdrücklich um eine Übergangslösung, und zwar solange, bis die alte Ampelanlage durch eine neue ersetzt wird, mit der die Trennung von Geradeausverkehr und Linksabbiegern möglich wird. Wann dies der Fall sein wird, ist noch offen. Stadt und Straßen.NRW befinden sich gerade in Abstimmung. Auf der ehemaligen B 7, auf Schwelmer Stadtgebiet, sollen alle Ampelanlagen zwischen Blücherstraße und Marktkauf/Dreifeldhalle erneuert werden. Es gilt jetzt die Anlagen so aufeinander abzustimmen, dass die Verkehrsströme auf der Schwelmer Hauptverkehrsader optimal geleitet werden. „Von uns aus ist das in 2017 möglich. Wir warten nur auf das Ergebnis der Abstimmung“, erklärte Straßen.NRW-Sprecher Michael Overmeyer.