Gemeinsam für 5000 Euro Waren bestellt, aber nicht bezahlt

Ennepetal/Breckerfeld/Schwelm..  Wegen 26-fachen gemeinschaftlichen Computerbetruges mussten sich eine 19-jährige Ennepetalerin und ihre 26-jährige Bekannte aus Breckerfeld vor dem Schwelmer Jugendschöffengericht verantworten. Bei verschiedenen Online-Versandhäusern sollten beide laut Anklage innerhalb von drei Monaten Waren von Schuhen und Bekleidung über Mobiltelefon bis hin zu einer Wohnwand bestellt haben. Dabei waren falsche Personalien und Kontoverbindungen angegeben worden, so dass nie bezahlt wurde. Gesamtschaden: 5079,45 Euro. Ausgeliefert wurden die Einkäufe an die Adresse der Breckerfelderin, die die Taten nun vor Gericht auch zugab.

Aufgrund privater Probleme mit ihrem nach muslimischen Recht verheirateten, ehemaligen Ehemann habe sie sich in einer Ausnahmesituation befunden. Erst habe sie alles verkauft, um in den Libanon zu ziehen, dann habe sie sich aber entschlossen den Vater ihres vierjährigen Kindes endgültig zu verlassen. Aber: Sie habe sämtliche Taten gemeinsam mit der Ennepetalerin begangen. Das wiederum stellte die Klutertstädterin komplett in Abrede. „Ich bin völlig unschuldig!“

Bereits viermal verurteilt

Sie selbst, Pädagogik-Studentin, habe zur Tatzeit häufig auf das Kind der Bekannten aufgepasst. „Nur deswegen war ich da.“ Doch, wie kam sie da in Verdacht?

In sieben Fällen, waren Konto-Daten einer ehemaligen Schulfreundin der Ennepetalerin verwendet worden. Dafür hatte sie eine Erklärung: „Die Daten hatte ich im Portemonnaie, weil ich ihr Geld für einen Urlaub überwiesen habe. Die Mitangeklagte muss die Daten bei mir geklaut haben“, so die Studentin. Es war ihr letztlich nicht zu widerlegen.

So war es keine Überraschung, dass die 19-jährige Ennepetalerin auf Antrag von Staatsanwältin Dorothée Jacobi und Verteidiger Thilo Heuser im Zweifel für die Angeklagte freigesprochen wurde. Dem Gericht reichte die bloße Beschuldigung der Breckerfelderin auch nicht.

Die 26-jährige Hansestädterin indes war bereits viermal wegen Betruges verurteilt worden. Der Schuldspruch gegen sie: 15 Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung. Ein Bewährungshelfer wurde ihr zur Seite gestellt. Doch ihre Betrugs-Karriere ist noch nicht zu Ende. Die nächste Verhandlung, hat die Breckerfelderin, die angab, bald ausgerechnet eine Lehre als IT-Kauffrau zu beginnen, bereits vor Augen. Anfang Juni geht es wieder wegen Betruges vor das Schwelmer Strafgericht.