Geld für den Heimatfestzug ist garantiert

Der Schwelmer Heimatfestzug ist der unumstrittene Höhepunkt des Jahres in der Kreisstadt.
Der Schwelmer Heimatfestzug ist der unumstrittene Höhepunkt des Jahres in der Kreisstadt.
Foto: WP

Schwelm..  Fällt in diesem Jahr wegen der Schwelmer Haushaltssperre der Heimatfestzug komplett aus? Diese Möglichkeit wird zumindest in den Nachbarschaften heiß diskutiert. Einige halten ihre Bautätigkeiten bisher bewusst klein, um in einem solchen Fall nicht unnötig Geld für die teuren und prachtvollen Wagen aus dem Fenster zu werfen. Auf Nachfrage des Schwelmer Bürgers Walter Betz gaben Politik und Verwaltung am Donnerstagabend aber im Finanzausschuss Entwarnung: „Die Mittel für den Heimatfestzug stehen in diesem Jahr und auch in Zukunft im Haushalt“, sagte Bürgermeister Jochen Stobbe.

Geld wird später überwiesen

Die Gerüchte, dass die wichtigste Veranstaltung des Jahres in Schwelm auf der Kippe steht, kam nach einer Benachrichtigung der Verwaltung auf. Die teilte den 13 Nachbarschaften mit, dass das Geld, das die Stadt ihnen Jahr für Jahr zur Verfügung stellt, wegen des nicht genehmigten Haushalts wohl deutlich später überwiesen werde. Das sind 13 mal 400 Euro – also 5200 Euro. Ein symbolischer Akt der Wertschätzung den Brauchtumsvereinen gegenüber, wenn man die vier- und fünfstelligen Kosten beachtet, die diese Jahr für Jahr für ihre Darstellungen aufbringen.

Andererseits – und das ist der Knackpunkt – aber auch nur ein Bruchteil dessen, was der gesamte Zug die Stadt Schwelm inklusive Beschilderungen, Absperrungen und so weiter kostet. Schlussfolgerung einiger Nachbarn: Wenn die Stadt bereits Probleme hat, die 5200 Euro loszueisen, weil die Bezirksregierung Arnsberg dies aktuell nicht gestattet, wie soll denn dann ein Vielfaches dieser Summe für den Festzug bereitgestellt werden? Folge: Sie begannen zögerlich zu bauen, manche waren gar unwillig, überhaupt die Arbeit aufzunehmen ob der Verunsicherung.

Bürgermeister Jochen Stobbe besuchte daraufhin eine Dacho-Sitzung, um die Situation klarzustellen. Dies hat offenbar nicht alle erreicht. „Sind für dieses Jahr Mittel für den Heimatfestzug vorgesehen und werden diese auch nicht mehr gestrichen?“, fragte Walter Betz im Ausschuss. „Es kann nach unserer Lesart keinen Grund geben, mit dem Bau zögerlich zu sein, und ich hoffe, dass sich nach dem heutigen Tag daran auch nichts ändern wird“, sagte das Stadtoberhaupt. Denn der nächste Anlauf, den Haushalt des laufenden Jahres auf den Weg zu bringen, war später zentrales Thema der Sitzung (siehe Bericht Seite Schwelm).

Eine Diskussion entbrannte. FDP-Fraktionschef Michael Schwunk warf Stobbe vor, überhaupt erst in Umlauf gebracht zu haben, dass der Zug in Gefahr sei. Der wehrte sich vehement dagegen. Am Ende der Einwohnerfragestunde wollte Walter Betz wissen: „Darf ich weitergeben, dass der Heimatfestzug gesichert ist und dass die Nachbarschaften richtig loslegen können?“ Antwort von Politik und Verwaltung: „Ja.“