Geld an richtiger Stelle angekommen

Mit einem Tag der offenen Tür mit Fahrzeugschau und Kletterwand präsentiert der Ortsverein sein neues Domizil an der Straße Am Ochsenkamp 75.
Mit einem Tag der offenen Tür mit Fahrzeugschau und Kletterwand präsentiert der Ortsverein sein neues Domizil an der Straße Am Ochsenkamp 75.
Foto: WP

Schwelm..  Die Fahrzeughalle ist leergeräumt. Dafür stehen Tische und Bänke darin. Die Fahrzeuge auf dem Hof blitzen blank gewienert in der Sonne. Drei Fahnen flattern im Wind. Am Eingangstor begrüßt ein großes Transparent die Gäste. Das neue Domizil des Ortsverbands Schwelm des Technischen Hilfswerks präsentiert sich herausgeputzt. Gut 40 Gäste sind zum offizielle Festakt zur Inbetriebnahme des Neubaus Am Ochsenkamp 75 gekommen. Sie konnten sich im Vorfeld des Tags der offenen Tür am kommenden Samstag schon einmal ein Bild von den neuen Räumlichkeiten machen.

Versprechen eingelöst

„Das Ehrenamt braucht ein Zuhause. Für den Ortsverband Schwelm ist der Traum in Erfüllung gegangen. Fühlen Sie sich hier wohl“, gab Bürgermeister Jochen Stobbe den Mitgliedern des THW mit auf den Weg. Auch Dr. Hans-Ingo Schliwienski, Landesbeauftragter des THW, rückte die Bedeutung der Ehrenamtler in den Vordergrund seines Grußwortes. 99 Prozent der Mitarbeiter seien ehrenamtlich tätig, würden ihren Dienst überwiegend in ihrer Freizeit absolvieren. „Ihnen muss ein Umfeld geboten werden, in denen sie sich wohlfühlen. Sie müssen Stolz sein können auf ihre Unterkunft und sagen können: Hier verrichte ich meinen Dienst gerne.“ Damit sprach der Funktionär das alte THW-Domizil am Josefshof in Ennepetal-Oelkinghausen an, das ganz und gar nicht optimale Arbeitsbedingungen ermöglichte. Die zu geringe Hallenfläche war eher ein geringerer Kritikpunkt. Bei der Jubiläumsfeier des Ortsverband im März 2013 hatte der Landesbeauftragte in Oelkinghausen eine wie er selbst sagt „mutige Aussage“ getan und Abhilfe versprochen. Zwei Jahre später sei dieses Versprechen nun eingelöst.

Möglich gemacht hat das auch eine parteiübergreifende Aktion im Bundestag. Die Abgeordneten haben zusätzliche Mittel bereitgestellt, um auch in den Folgejahren in bestehende Standorte investieren zu können. Zur Einweihung des neuen Standortes waren deshalb auch zwei Bundestagsabgeordnete gekommen. „Dass das Geld auch an der richtigen Stelle ankommt, kann man heute sehen“, stellte die CDU-Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf fest. Das THW sei Experte im Bereich Technik und Hilfe. „Die Arbeit lebt vom ehrenamtlichen Engagement der Bürger und Bürgerinnen.“ SPD-Kollege René Röspel betonte noch einmal, dass die Arbeit in Oelkinghausen von den Räumlichkeiten her eine Zumutung gewesen sei.

Zunahme der Aufgaben erwartet

Alle Festredner gemein war die Feststellung, das die Aufgaben des THW auch in Hinblick auf die geänderte Sicherheitslage in Europa zunehmen würden.

Hartmut Ziebs, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands und Schwelmer Bürger, brachte noch einen anderen Aspekt mit ein: Stromausfälle durch Cyberkriminalität. Durch das Internet ist eine moderne Gesellschaft leichter verwundbar. „Wir brauchen mindestens zehn Jahre, um Strukturen aufzubauen. deshalb sollten bestehende Strukturen erst gar nicht zerschlagen werden“, brach Ziebs in Richtung Politik eine Lanze für alle Rettungsdienste und Katastrophenschutzorganisationen.