Gekennzeichnete Auszubildende

Aus familiärem Feieranlass gingen wir am Samstagmittag schick essen. Ein gut beleumundetes Restaurant am Hagener Stadtrand war unser Ziel. Während ich etwas ungeschickt das Topinambur-Rahmsüppchen auf der Wintergartenfensterscheibe verteilte und die Sauce zum Lammcarée auf meinem Hemd, ließen wir uns das Essen schmecken.

Küche und Service hielten, was wir uns versprochen hatten. Etwas sorgte bei uns allerdings für Erstaunen und Diskussionen: Einer der fürsorglichen Mitarbeiter des Hauses, der den leckeren Aperitif servierte, hatte einen Button – um nicht zu sagen: ein Schild – ans Revers geheftet. „Ich bin noch in der Ausbildung“ stand darauf.

„Soll das etwa so viel heißen wie „Es tut mir leid, ich kann es noch nicht besser?“, fragte meine Schwester. Wobei es allerdings in dem Fall überhaupt nichts zu beanstanden gab.

Ich bin mir ehrlich gesagt auch nicht sicher, ob diese Kennzeichnung von Mitarbeitern so ideal ist. Wirklich konsequent wäre es ja dann auch, Schilder zu verteilen wie „Ich bin schon fertig“, „Ich bin der Meister“ oder „Ich habe keine Ausbildung“.

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